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Leclerc nennt Ferraris Motorproblem gegen Mercedes

Charles Leclerc sagt, Ferraris größtes Problem zu Beginn der Formel-1-Saison 2026 liege nicht beim Chassis, sondern bei der Power Unit. Nach drei Rennen liegt Ferrari trotz der Rolle als erster Mercedes-Verfolger bereits 45 Punkte zurück.

Ferrari ist mit 90 Punkten Zweiter der Konstrukteurswertung, Mercedes hat aber alle drei Grands Prix gewonnen und damit früh die Kontrolle übernommen. Für Ferrari stehen bislang drei dritte Plätze zu Buche: Leclerc fuhr in Australien und Japan aufs Podium, Lewis Hamilton holte in China beim 26. Anlauf seinen ersten Podestplatz für Ferrari. In Australien und China hatte Ferrari nach starken Starts sogar geführt, konnte den Druck auf Mercedes aber nicht in ein besseres Ergebnis ummünzen.

Auf die Frage von Medien, darunter RacingNews365, ob Ferrari Mercedes 2026 noch einholen könne, zeigte sich Leclerc vorsichtig optimistisch. „Wir sind noch sehr früh in der Saison, also glaube ich ja, dass es möglich ist“, sagte der Ferrari-Pilot. „Ist es eine riesige Herausforderung? Absolut, und ich denke auch, weil Mercedes nicht nachlassen und weiter massiv pushen wird.“

Den Kern des Rückstands sieht er klar im Antrieb. „Die Optimierung der Power Unit ist im Moment wahrscheinlich der größte Unterschied zwischen Mercedes und uns“, sagte Leclerc. „Allein mit der Optimierung kann man schon einen großen Unterschied machen.“ Er machte aber auch deutlich, dass es nicht nur um Feinabstimmung geht: „Dann gibt es natürlich nicht nur das, sondern auch die reine Leistung, und da fehlen wir ihnen aktuell gegenüber.“

Gerade unter dem 2026er Reglement wiegt dieser Nachteil schwer, weil das Zusammenspiel der Antriebskomponenten eine noch größere Rolle spielt. Für Ferrari ist das besonders heikel, weil das Auto abseits davon offenbar eine solide Basis hat. Leclerc sagte, das Team bekomme „ein ziemlich klares Bild“ davon, welche Eigenschaften des Autos verbessert werden müssten, um stärker zu werden. „Aber ich denke, was das Chassis angeht, ist es tatsächlich ein ziemlich starkes Auto, und das ist bisher wahrscheinlich unsere Stärke.“

Damit wird der Rückstand auf Mercedes umso klarer umrissen: Ferrari hat ein konkurrenzfähiges Gesamtpaket, verliert den entscheidenden Unterschied aber an der Power Unit. Das erklärt auch, warum der Abstand in der Meisterschaft trotz konstanter Ergebnisse so früh angewachsen ist.

Ein möglicher Hebel könnte nach dem Miami Grand Prix über die Additional Development and Upgrade Opportunities, kurz ADUO, kommen. Power Units, die im Vergleich zum Maßstab von Mercedes als zwei Prozent zurückliegend eingestuft werden, dürfen 2026 und 2027 je ein Motor-Upgrade erhalten. Bei einem Rückstand von vier Prozent sind zwei solche Upgrades pro Jahr erlaubt. Für Ferrari wird die nächste Bewertungsphase damit entscheidend, wenn das Team den frühen Trend im Titelkampf noch drehen will.