Christian Horner steht nach Angaben von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem vor einer baldigen Rückkehr in die Formel 1, und der FIA-Chef deutete nach einem Treffen in Silverstone sogar an, dass er bereits wisse, wohin es den früheren Red-Bull-Teamchef ziehen werde.
Ben Sulayem sagte über Horner: „Ja, wir werden ihn bald wiedersehen.“ Danach legte er nach: „Er wird zurückkommen. Wohin? Das ist nicht an mir, das zu sagen, auch wenn ich es weiß. Er muss es selbst bekannt geben.“ Damit verlieh er den Spekulationen im Fahrerlager neues Gewicht, ohne ein Team oder Projekt zu nennen.
Der 52-Jährige war beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone erstmals wieder im Formel-1-Paddock zu sehen, genau ein Jahr nach seinem Aus bei Red Bull. Dort endete eine 20-jährige Amtszeit, in der Red Bull sechs Konstrukteurs-Weltmeisterschaften und acht Fahrertitel gewann.
Horner selbst machte inzwischen klar, dass seine Auszeit keine vertragliche Bremse mehr ist. Im Gespräch mit The Times sagte er: „Ich bin jetzt frei, weiterzumachen.“ Er bestätigte auch laufende Gespräche über seine Zukunft: „Natürlich gibt es Gespräche. Aber bis vor Kurzem konnte ich wegen meiner Freistellungsphase nichts tun. Jetzt bin ich technisch gesehen also ein freier Mann.“
Für eine Rückkehr setzt Horner jedoch eine klare Bedingung. „Wenn ich zurückkomme, dann nur in einer Position, in der ich die Möglichkeit habe, den Unterschied zu machen und zu gewinnen. Wenn es nicht ums Gewinnen geht, warum sollte ich es dann tun?“, sagte er.
Gerade diese Bedingung macht die Frage nach seinem nächsten Schritt so relevant. Im Paddock hält sich besonders hartnäckig das Gerücht um ein mögliches neues zwölftes Formel-1-Team mit Unterstützung des chinesischen Herstellers BYD. Horner wich einer Festlegung dazu aus. Er nannte BYD „eine riesige, riesige, riesige Firma“, verwies dann aber vor allem auf die anhaltenden Gerüchte: „Es gab so viele Spekulationen. Und wie ich schon gesagt habe, ich glaube, ich wurde inzwischen mit fast jedem Team im Feld in Verbindung gebracht.“
Dass Ben Sulayem öffentlich von einer Rückkehr spricht, während Horner selbst nur bestätigt, dass Gespräche laufen, verschiebt die Lage trotzdem spürbar. Der frühere Red-Bull-Chef ist nun frei verhandelbar, aber er will nur für ein Projekt zurückkehren, das ihm eine echte Siegchance bietet.
© Jonathan Borba