Nico Hülkenberg hat sich deutlich gegen die vorherrschende Kritik an den Formel-1-Regeln für 2026 gestellt und den Gegnern des neuen Reglements eine klare Antwort gegeben: Wer es nicht möge, müsse nicht zuschauen. Der Audi-Pilot sagte im Gespräch mit The Drive, die ersten drei Rennen unter den neuen Vorgaben seien trotz des anhaltenden Gegenwinds unterhaltsam gewesen.
„Ich denke, wenn man sich das Racing jetzt anschaut, die ersten drei Rennen, die wir [2026] hatten, dann war das unterhaltsam. Es war gut anzuschauen, mit viel Action auf der Strecke. Und ich meine: Wenn es dir nicht gefällt, musst du es nicht schauen“, sagte Hülkenberg.
Damit widerspricht der 38-Jährige einer Debatte, die sich seit Einführung der neuen Antriebsvorschriften vor allem an der annähernd 50:50 aufgeteilten Leistung zwischen Verbrenner und elektrischem Anteil entzündet hat. Fahrer und Fans kritisieren unter anderem den stärkeren Fokus auf Energiemanagement, den Eindruck von künstlicherem Racing und teils auch Sicherheitsfragen wegen großer Tempodifferenzen.
Hülkenberg verteidigte die grundsätzliche Richtung des Reglements jedoch als folgerichtige Entwicklung der Serie. Im selben Interview sagte der Audi-Fahrer, die Formel 1 habe „immer“ von technologischem Fortschritt gelebt. „Die F1 steht dafür, technologisch führend zu sein, und man muss mit der Zeit gehen“, sagte er. Mit Blick auf die Autoindustrie ergänzte er, dass sich die Lage im Vergleich zu vor fünf oder zehn Jahren deutlich verändert habe.
Die Formel 1 und die FIA haben auf die Kritik bereits reagiert. Zum Grand Prix von Miami wurden Anpassungen vorgenommen, dazu ist für 2027 eine weitere Veränderung des Motorenreglements angekündigt worden. Sie soll die Abhängigkeit von elektrischer Leistung verringern und das Verhältnis näher an 60:40 verschieben.
Gerade deshalb hat Hülkenbergs Position besonderes Gewicht. Die Regeln für 2026 wurden auch entwickelt, um neue Hersteller wie Audi in die Formel 1 zu holen. Trotz der heftigen Diskussionen deutet damit wenig darauf hin, dass die Königsklasse den eingeschlagenen technologischen Kurs grundsätzlich verlassen will.
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