Lewis Hamilton zeigte Franco Colapinto beim Miami Grand Prix den Mittelfinger, nachdem eine Kollision in Kurve 11 der ersten Runde seinen Ferrari laut Teamfunk um 10 bis 15 Punkte Abtrieb gebracht und sein Rennen spürbar beschädigt hatte.
Der Zwischenfall entstand an einer der wichtigsten Überholstellen des Miami International Autodrome. Hamilton ging außen an Colapinto vorbei, der Alpine-Pilot hielt dagegen, und es kam zum Kontakt. Kurz darauf zog Hamilton auf dem Weg zu Kurve 17 doch vorbei und machte seine Verärgerung mit der Geste unmissverständlich klar.
Schon in den ersten Runden schilderte Hamilton am Funk, wie stark der Einschlag seinen Wagen beeinträchtigte. Zu seinem Renningenieur Carlos Santi sagte der Ferrari-Pilot in Runde 2, er habe "definitely lost something from the car" und präzisierte: "left side". Eine Runde später folgte: "Going to be a long race like this" und "Lacking a lot of downforce." Als Santi die Schäden einordnete, sagte er: "10 to 15 points", dazu "more in high speed than in low speed".
Hamiltons Einschätzung änderte sich im weiteren Verlauf nicht. In Runde 5 funkte er: "Don’t have the downforce to keep up with these guys." In Runde 6 sagte er: "It’s going to be a long race with this damage" und "Feels just pretty poor." Später wurde auch starkes Lift-and-Coast von Ferrari auf den Schaden aus der Kollision zurückgeführt. In Runde 9 machte Hamilton klar, was das für sein Rennen bedeutete: "It’s going to be hard to beat these faster cars, pure speed."
Trotz des beschädigten Autos kam Hamilton als Siebter über die Linie und rückte nach der 20-Sekunden-Strafe gegen Charles Leclerc auf Rang sechs vor. Direkt nach dem Ziel sagte er: "That was a frustrating race, guys" und ergänzte: "Just the performance of the car after the damage was nowhere. Sorry about that."
Auch danach blieb Hamilton bei dieser Einschätzung. Er sprach von "a long race in no-man’s land" und sagte, sein überarbeitetes Auto habe sich bis zum Schaden am Start konkurrenzfähig angefühlt. Nach dem Kontakt aber, so Hamilton, habe er "nothing" gehabt.
Für Colapinto verlief dieselbe Szene deutlich glimpflicher. Der Alpine-Fahrer sagte nach dem Rennen, es habe "un piccolo contatto" mit Hamilton gegeben, "ma per fortuna non abbiamo subito danni eccessivi e abbiamo potuto proseguire". Nach Leclercs Strafe wurde Colapinto als Siebter gewertet, was laut Bericht das beste Formel-1-Ergebnis seiner Karriere war.
© Jonathan Borba