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Hamilton holt Ferrari-Bestwert nach Verstappen-Duell

Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Kanada nach einem späten Überholmanöver gegen Max Verstappen auf Platz zwei beendet und damit sein bislang bestes Grand-Prix-Ergebnis für Ferrari eingefahren.

Das Rennen kippte für Hamilton erst im letzten Stint endgültig in seine Richtung. Verstappen hatte ihm Rang drei schon in Runde 9 mit einem Manöver auf der Innenseite in Kurve 1 abgenommen. Später rückte Hamilton nach dem Ausfall von George Russell in den Kampf um Platz zwei auf, jagte den Red-Bull-Piloten auf den Mediums wieder ein und zog in Runde 62 außen in Kurve 1 vorbei. Bis zur Ziellinie hielt er Verstappen dann hinter sich.

Entscheidend war dabei ein Duell, das weniger von roher Pace als von den unterschiedlichen Stärken der beiden Autos geprägt war. Hamilton erklärte, Ferrari sei in den Kurven womöglich etwas stärker gewesen, habe auf den Geraden aber verloren. Gerade deshalb sei das Überholen "massiv schwierig" gewesen. Er habe während des Rennens ständig berechnen müssen, wo er seine Batterieenergie einsetzt, um überhaupt in Schlagdistanz zu bleiben. "Absolutely awesome to fight with one of the greats", sagte Hamilton nach dem Rennen über das Duell mit Verstappen. Es sei "massively challenging" gewesen, aber: "Once we went to the medium, I was able to hunt him down".

Hamilton schilderte, dass Verstappen zu Beginn schneller gewesen sei und er zunächst Zeit verloren habe. Erst mit dem Wechsel auf die Medium-Reifen habe sich das Bild verändert. Dann habe er den Niederländer jagen können, "and I love that hunt". Selbst im Moment des Angriffs sei die Rechnung kompliziert geblieben, weil der Red Bull auf den Geraden weiter im Vorteil gewesen sei.

Dazu kam ein eigener Fehler. Hamilton sagte bei Sky Sport, Ferrari habe die Mercedes in Montreal ohnehin nie angreifen können: "Non avremmo mai potuto prendere le Mercedes oggi, erano troppo veloci." Er hielt deren Tempo zunächst noch mit, verlor dann aber den Anschluss, als er auf Platz drei lag. Später verbremste er sich mit einem Blockierer, ging geradeaus und musste die Lücke zu Verstappen erst wieder zufahren. "Ich musste hart arbeiten", machte er sinngemäß klar, ehe ihm das doch noch gelang.

Der Zweikampf selbst gab dem Rennen seinen Charakter. Hamilton sprach von einem seltenen Fall, in dem er und Verstappen in Leistung und Rhythmus nah genug beieinander gewesen seien, um wirklich gegeneinander fahren zu können. Auch Verstappen sagte, er habe den Kampf genossen. Für Hamilton war genau das der Wert dieses zweiten Platzes: nicht nur das Ergebnis, sondern die Art, wie es zustande kam.

Für Ferrari ist das Resultat mehr als nur ein Podium. Hamilton bezeichnete es als Zeichen dafür, dass das Team nach einer schwierigen ersten Phase endlich einen "sweet spot" gefunden habe. Es war sein bestes Ergebnis für die Scuderia und sein zweites Podium der Saison 2026. Noch wichtiger aus seiner Sicht: Wenn Ferrari auf einer Strecke konkurrenzfähig sein könne, auf der Motorleistung so wichtig ist, dann müsse auf Kursen, auf denen die Power weniger stark ins Gewicht fällt, noch mehr möglich sein.