Lewis Hamilton hat vor dem Großen Preis von Österreich erstmals öffentlich offengelegt, dass ein heftiger Ferrari-Testunfall in Barcelona im Januar 2025 zu einer schweren Nackenverletzung führte, die ihn rund neun Wochen stark einschränkte und ihn noch Monate in seiner ersten Saison für die Scuderia begleitete.
Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister sagte in der offiziellen Pressekonferenz am Donnerstag, er habe „letztes Jahr bei Testfahrten die Mauer ziemlich hart erwischt“. Dabei sei „eine meiner Bandscheiben im Nacken herausgeschlagen“ worden, die dann „direkt auf den Nerv“ gedrückt habe. Die Folge sei gravierend gewesen: „Ich konnte für rund neun Wochen so gut wie nichts machen.“ In einer weiteren Schilderung sprach Hamilton davon, dass die Bandscheibe in den Nerv gedrückt habe und er deshalb über Wochen kaum belastbar gewesen sei.
Besonders bemerkenswert ist die Enthüllung, weil Hamilton die Verletzung bis zu seinem Sieg beim Grand Prix von Barcelona-Catalunya nie öffentlich im Detail erklärt hatte. Zwar hatte er zuvor angedeutet, dass ihn die Folgen des Crashs lange beschäftigt hätten, nun wurde aber erstmals klar, wie massiv das Problem tatsächlich war und wie früh es seine Ferrari-Zeit geprägt hat.
Hamilton beschrieb auch die Behandlung, die nötig war, um überhaupt mit der Situation zurechtzukommen. „Ich war täglich beim Chiropraktiker, konnte nicht mehr richtig schlafen. Ich habe Schmerzmittel genommen, ich musste mir Spritzen geben lassen, ich habe alles versucht, um das zu lösen“, sagte er. In anderer Form schilderte er zudem tägliche Physiotherapie. Dass er mit dieser Verletzung weiterfahren musste, habe den Zustand zusätzlich erschwert: „Damit habe ich gelebt, und das ist in dieser Position wirklich nicht leicht.“ Gemeint war die Sitzposition im Formel-1-Cockpit, die Nacken- und Rückenprobleme besonders belastend macht.
Damit bekommt Hamiltons schwieriges erstes Ferrari-Jahr im Rückblick ein neues Gewicht. Laut den vorliegenden Berichten trug er die Verletzung „monatelang“ in seine Debütsaison hinein. Diese verlief sportlich enttäuschend. Eine Zusammenfassung beschreibt die Saison als „alles andere als erfolgreich“, eine andere hält fest, dass Hamilton erstmals in seiner Formel-1-Karriere ohne Podestplatz blieb. Unabhängig von der genauen Bilanz ist nun klar, dass seine körperliche Verfassung vom Start weg ein erheblicher Faktor war.
Der Zeitpunkt seiner Offenlegung ist ebenfalls auffällig. Sie kommt kurz nach seinem ersten Sieg für Ferrari, ausgerechnet in Barcelona, also an dem Ort, an dem der Unfall passiert war. Ein Bericht nennt es Hamiltons ersten Scuderia-Erfolg im 31. Anlauf. Ein anderer hält fest, dass ihn der Sieg bis auf 41 Punkte an den Führenden der Meisterschaft herangebracht hat. Für die eigentliche Geschichte ist aber vor allem entscheidend, dass Hamilton erst nach diesem Erfolg bereit war, das Ausmaß der damaligen Verletzung offen anzusprechen.
Seine Aussagen verändern damit den Blick auf seine erste Ferrari-Saison. Was lange wie ein sportlich misslungener Einstand wirkte, erscheint nun auch als Jahr, in dem Hamilton mit einer beschädigten Bandscheibe und anhaltenden Nervenschmerzen durch den Kalender kam. Gerade weil die Probleme direkt zu Beginn seiner Ferrari-Zeit entstanden und ihn über Monate begleiteten, liefert die Enthüllung die bislang deutlichste Erklärung dafür, warum sein Start bei der Scuderia so schwer verlief.
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