Isack Hadjar sagt, dass sein Wechsel zu Red Bull neben Max Verstappen trotz aller Warnsignale rund um das zweite Cockpit immer das klare Ziel seiner Rookie-Saison 2025 war.
Der 21-Jährige verdiente sich die Beförderung mit einer starken Debütsaison bei Racing Bulls. Hadjar holte 51 Punkte, wurde Zwölfter der Fahrerwertung und fuhr beim Großen Preis der Niederlande erstmals aufs Podium. Rückblickend machte er im Interview mit F1.com klar, dass es ihm nie nur um ein Lernjahr ging. „Ich wusste: Wenn ich meinen Job ordentlich mache, würde ich den Sitz, die Beförderung bekommen. Um ehrlich zu sein, war das mein Ziel für dieses Jahr“, sagte Hadjar, Red-Bull-Fahrer, F1.com. Hinter seiner betont geduldigen Außendarstellung habe in Wahrheit ein deutlich konkreterer Plan gestanden: eine starke erste Saison, der Aufstieg zu Red Bull und sonst nichts.
Genau deshalb blendete Hadjar auch nicht aus, wie schwierig die Aufgabe neben Verstappen geworden ist. „Natürlich hatte ich die in gewisser Weise, denn man schaut sich die Abstände zwischen Max und seinen Teamkollegen an und denkt sich: ,Wow, das ist schon merkwürdig'“, sagte er. Gleichzeitig sieht er in der Konstellation keinen Grund, von seinem Weg abzuweichen. Er bezeichnete sich als Realisten und verwies darauf, dass unter dem neuen Reglement beide dasselbe Auto hätten. Wenn er gut genug sei, dann sei das die ganze Geschichte.
Der Kontext macht diese Einschätzung brisant, weil Red Bull das zweite Cockpit zuletzt nicht stabil besetzen konnte. Liam Lawson übernahm 2025 den Platz von Sergio Perez, hielt sich aber nur zwei Rennwochenenden, bevor Yuki Tsunoda einsprang. Tsunoda blieb bis zum Ende der Saison 2025 im Auto und ist nach Hadjars Beförderung nun Ersatzfahrer.
Hadjar beschreibt den Druck eines Topteams trotzdem nicht als Schock, sondern als Zustand, den er seit Jahren kennt. Er sagte, dieser Umgang mit Erwartung komme aus seiner Ausbildung im Motorsport. Seit dem Kartsport habe es nie eine Phase gegeben, in der er sich in einem dominanten Team sicher fühlen konnte. „Es ist immer konstanter Druck gewesen, und ich musste immer etwas beweisen“, sagte er. Gerade deshalb, so Hadjar, wiegt äußerer Druck für ihn weniger schwer als der Maßstab, den er selbst anlegt.
Das erklärt auch, warum er die Red-Bull-Beförderung eher als logische Konsequenz denn als einschüchternden Karrieresprung beschreibt. Schon die Unterschrift als Red-Bull-Junior sei für ihn ein großer Schritt gewesen, aber erst danach sei ihm richtig klar geworden, was vor ihm liege. Der Weg sei damit definiert gewesen, ab dann habe alles vom Liefern abgehangen. Wenn er heute auf die vergangenen Jahre und den nötigen Druck bis zu diesem Punkt zurückblicke, sagte Hadjar, kneife er sich noch immer, weil es seltsam sei, nun bei einem der größten Teams im Feld zu arbeiten.
Für Red Bull ist genau diese Haltung der entscheidende Teil des Experiments. Hadjar kommt nicht als Fahrer ins schwierigste zweite Cockpit der Formel 1, der von dessen Geschichte überrascht wurde. Er kannte sie, zweifelte daran und wollte den Sitz trotzdem unbedingt.
© Jonathan Borba