Isack Hadjar steht nach dem Qualifying zum Grand Prix von Miami vor der Disqualifikation, weil sein Red Bull bei der technischen Abnahme mit einem unzulässigen Unterboden aufgefallen ist und er damit seinen neunten Startplatz verlieren würde.
Auslöser ist der Bericht von FIA-Technikdelegierter Jo Bauer nach der Qualifying-Session. Darin hielt Bauer fest, dass bei der Überprüfung der „legality volumes“ an Auto Nummer 06 sowohl das linke als auch das rechte Floor-Board 2 Millimeter über das Referenzvolumen RV-FLOOR BOARD hinausragten. Das entspreche nicht Artikel C3.5.5 des Technischen Reglements der Formel 1. Bauer verwies den Fall zur weiteren Prüfung an die Stewards.
Wird der erwartete Ausschluss aus dem Qualifying bestätigt, verliert Hadjar nicht nur Rang neun in der Zeitenliste, sondern auch seinen Startplatz aus der fünften Reihe. In diesem Fall müsste er das Rennen am Sonntag voraussichtlich aus der Boxengasse aufnehmen. Damit würde ein ohnehin schwieriger Samstag für den Red-Bull-Piloten im Nachhinein noch deutlich schwerer wiegen.
Der Fall verändert auch die Einordnung von Red Bulls Qualifying in Miami. Auf der einen Seite stellte Max Verstappen das Schwesterauto in die erste Startreihe und wurde Zweiter hinter Polesetter Andrea Kimi Antonelli. Auf der anderen Seite blieb Hadjar schon sportlich deutlich zurück und könnte nun auch noch aus der Wertung fallen. Aus einem gemischten Mannschaftsergebnis würde damit ein Wochenende, in dem Red Bull nur mit einem Auto weit vorne angreift.
Hadjar hatte seine Probleme direkt nach der Session vor allem mit den besonderen Bedingungen in Miami erklärt. Isack Hadjar, Red-Bull-Pilot nach dem Qualifying in Miami, sagte: „Das Auto war sehr schwer zu fahren, es war sehr schnell. In Q3 konnte ich einfach nicht alles zusammenbringen und auf der anderen Seite haben wir keine Geradeausgeschwindigkeit.“ Sein Rückstand auf Verstappen betrug 0,825 Sekunden.
Er machte dabei deutlich, dass der Kurs ihm und dem Auto wenig entgegenkam. Hadjar beschrieb Miami als „eine sehr knifflige Strecke“ mit wenig Grip und hoher Streckentemperatur. Diese Bedingungen unterschieden sich aus seiner Sicht deutlich von den ersten drei Rennwochenenden der Saison. Gerade auf einem Kurs, auf dem das Vertrauen ins Auto und die Anpassung an wechselnde Haftung entscheidend sind, fiel der Vergleich innerhalb des Teams entsprechend deutlich aus.
Hadjar räumte auch ein, dass Verstappen mit genau diesen Bedingungen besser umging. „Max ist sehr gut darin, sich an diese Bedingungen anzupassen“, sagte er. In den Kurven habe er im Vergleich zum Vortag zwar große Fortschritte gemacht, trotzdem habe er die Runde nicht so sauber zusammenbekommen wie sein Teamkollege und verliere zudem Zeit auf den Geraden.
Damit rückt ein sportlich ohnehin enttäuschendes Qualifying nun in den Hintergrund, weil für Hadjar vor allem die Entscheidung der Stewards zählt. Sollte die FIA-Linie bestätigt werden, wird aus Platz neun kein Start aus der fünften Reihe, sondern ein deutlich komplizierteres Rennen aus der Boxengasse, während Verstappen für Red Bull allein die Hoffnungen an der Spitze tragen würde.
© Adrian Hernandez