© Eterna

Haas warnt vor Budgetlücke trotz Toyota-Deal

Anzeige

Ayao Komatsu sagt, dass Haas in der Formel 1 noch immer nicht am Budgetlimit operieren kann und genau darin den Kern des jüngsten Leistungsabfalls sieht. Der Teamchef erklärte in Spa-Francorchamps, genug Geld aufzutreiben, um 2026 das Budget-Cap-Niveau von 215 Millionen Dollar zu erreichen, gehöre zu seinen obersten Prioritäten.

Auf die Frage, ob Haas inzwischen bis ans Budgetlimit gehen könne, sagte Haas-Teamchef Ayao Komatsu in Spa: „Ich wünschte, wir könnten es. Können wir aber nicht. Es ist eine der höchsten Prioritäten auf meiner Aufgabenliste, dieses Team so zu finanzieren, dass wir am Budgetlimit operieren können. Denn das ist die Basis, oder? Diesen ersten Schritt müssen wir erst einmal schaffen.“

Komatsu verknüpfte das direkt mit der sportlichen Entwicklung. Haas sei von besser finanzierten Rivalen in der Entwicklungsarbeit überholt worden, Punkte seien zuletzt deutlich schwerer zu holen gewesen, und der Einzug in Q3 sei immer schwieriger geworden. Das Team blieb in den vergangenen fünf Grands Prix ohne Punkte.

Für Komatsu ist das ausdrücklich kein Vorwurf an die Belegschaft. Er sagte, Haas sei „outdeveloped“ worden, aber das sei „keine Widerspiegelung der fehlenden Fähigkeiten“ der Mitarbeiter. Angesichts der Größe und Ressourcen des Teams leisteten die Leute „ehrlich gesagt einen fantastischen Job“. Haas arbeitet nach seinen Angaben mit rund 400 Mitarbeitern, während viele Konkurrenten mehr als 1.000 Beschäftigte haben.

Diesen Unterschied beschrieb Komatsu mit deutlichen Worten. „Es ist unseren Leuten gegenüber ehrlich gesagt nicht fair, diese Einschränkung zu haben. Es ist, als würden sie mit auf den Rücken gebundenen beiden Händen kämpfen.“ Er verwies zugleich auf klare Kommunikation und eine Kultur ohne Schuldzuweisungen im Team, betonte aber, er habe seinen Leuten bislang nicht genug „Munition“ geben können, um ihr Potenzial voll zu zeigen.

Der Rückschritt fällt auch deshalb auf, weil Haas ungewöhnlich stark in die Saison gestartet war. Nach den ersten beiden Grands Prix lag das Team auf Rang vier der Konstrukteurswertung, gestützt auf Oliver Bearmans Ergebnisse mit Platz sieben in Melbourne und Platz fünf in China. Komatsu nannte dieses Niveau jedoch „völlig unerwartet“ und für das kleinste Team in einem Jahr großer Reglementänderungen „nicht nachhaltig“.

Dass Toyota GAZOO Racing ab 2026 Titelsponsor wird, hat diese Ausgangslage nach Komatsus Darstellung noch nicht gelöst. Laut den vorliegenden Angaben ist die Partnerschaft vor allem auf technische Zusammenarbeit, Anlagen und Personalentwicklung ausgerichtet, nicht auf ein klassisches, stark bargeldgetriebenes Sponsoring. Damit bleibt Haas trotz des neuen Namenspartners vorerst in der Lage eingeschränkt, den finanziellen Rahmen auszuschöpfen, den die Konkurrenz als Basis ihrer Entwicklungsarbeit nutzt.

Genau deshalb sieht Komatsu die Budgetfrage nicht als Nebenschauplatz, sondern als entscheidenden Hebel für die sportliche Richtung des Teams. Er nimmt das Problem „mehr als Spiegelung auf meiner Seite“ wahr: Wenn es Haas gelingt, die Einnahmen zu steigern und der Mannschaft die nötigen Mittel zu geben, glaubt er, dass Fahrer und Personal die Basis haben, um in der Entwicklung wieder aufzuholen.

Anzeige