Liberty Media hat für die Formel 1 im ersten Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 403 auf 617 Millionen US-Dollar gemeldet und damit den Wechsel von einem operativen Verlust von 28 Millionen US-Dollar im Vorjahr zu einem Gewinn von 107 Millionen US-Dollar geschafft.
Der Anstieg um 53 Prozent ist vor allem durch den Kalender geprägt. Bis Ende März wurden 2026 bereits drei von 22 Saisonrennen ausgetragen, nachdem es im gleichen Zeitraum 2025 nur zwei von 24 gewesen waren. Weil diesmal auch der Japan-GP in das Quartal fiel, stiegen laut Liberty die Erlöse aus Veranstaltergebühren. Zugleich wurden saisonbasierte Einnahmen aus Medienrechten und Sponsoring anteilig stärker im ersten Quartal erfasst. Das Unternehmen verwies auch darauf, dass das Fehlen der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien die proportionale Verteilung bestimmter Einnahmen über die Saison verändert habe.
Auch abseits der klassischen Kernerlöse legte die Formel 1 zu. Liberty führte höhere Einnahmen aus Hospitality, Fracht und Reisen auf das zusätzliche Rennen zurück. Besonders der Paddock Club und neue Premium-Hospitality-Angebote für Fans sorgten für Wachstum. Hinzu kamen steigende Lizenzerlöse sowie zusätzliche Aktivitäten an der Grand Prix Plaza in Las Vegas.
Stefano Domenicali, CEO der Formel 1, stellte den starken Saisonauftakt in einen größeren wirtschaftlichen Zusammenhang. „Wir hatten einen spannenden Start in die Saison, auf und neben der Strecke, mit mehr Überholmanövern und einer sehr ausgeglichenen frühen Saison“, sagte er. Domenicali verwies zugleich auf „einen starken Start unserer Partnerschaft mit Apple in den USA“, eine erneuerte mehrjährige Vereinbarung mit dem langjährigen Partner Sky sowie neue kommerzielle Partnerschaften mit Standard Chartered und Marsh.
In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen verwies Domenicali auch auf die Nachfrage rund um die Rennen. Die ersten vier Grands Prix der Saison 2026 seien ausverkauft gewesen, bislang habe die Serie 1,3 Millionen Zuschauer an den Strecken begrüßt, und in Australien sei ein neuer Besucherrekord aufgestellt worden. Der Paddock Club sei für fast alle Rennen der Saison mit mehr als 65.000 verkauften Tickets nahezu ausverkauft, weshalb die Kapazität in Silverstone, Austin und Monza erweitert werden soll.
Auch bei TV und digitaler Reichweite sieht die Formel 1 Rückenwind. Domenicali sagte, die Fernsehzuschauerzahlen in den wichtigsten Märkten lägen über dem Vorjahresniveau, mit Zuwächsen in Brasilien, Italien und China. In Italien habe die Kombination aus den starken Ferrari-Leistungen und Kimi Antonelli ein Plus von 25 Prozent gebracht. Beim Japan-GP hätten Inhalte auf YouTube fast 600 Millionen Aufrufe erzielt, ein Anstieg von 46 Prozent gegenüber 2025. Über alle sozialen Plattformen hinweg sei die Followerschaft im Jahresvergleich um 20 Prozent auf mehr als 120 Millionen gewachsen.
Derek Chang, Präsident und CEO von Liberty Media, ordnete die Zahlen als Beleg für die kommerzielle Stärke der Serie ein. Die Formel 1 zeige weiter die Stärke ihrer globalen Plattform, mit wachsendem Publikum und intensiverem Fan-Engagement, das in allen kommerziellen Bereichen für robuste Nachfrage sorge.
Für die Formel 1 sind die Zahlen ein frühes Signal, dass die Serie auch zum Start des neuen Reglement-Zyklus wirtschaftlich weiter wächst und ihre Erlösbasis über Rennen, Medien, Sponsoren und Premium-Erlebnisse zugleich verbreitert.
© Jonathan Borba