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FIA verlängert Miami-Training wegen 2026-Regeln

Die FIA hat das einzige freie Training beim Grand Prix von Miami kurzfristig von 60 auf 90 Minuten verlängert und reagiert damit auf die jüngst angepassten Formel-1-Regeln für 2026 an einem Wochenende, das wegen des Sprint-Formats ohnehin kaum Vorbereitungszeit bietet.

Nach Rücksprache mit allen Beteiligten bestätigte der Automobil-Weltverband, dass FP1 nun von 12:00 bis 13:30 Uhr Ortszeit ausgetragen wird. Gleichzeitig werden alle anderen Streckensessions, die vor dem Training angesetzt waren, um 30 Minuten nach vorn verlegt. Damit greift die FIA ungewöhnlich direkt in den Ablauf des Wochenendes ein, um Teams und Fahrern vor den ersten Wettbewerbssitzungen mehr Zeit auf der Strecke zu verschaffen.

Der Kern des Problems liegt im Format von Miami. Als Sprint-Wochenende bietet die Veranstaltung nur eine einzige Trainingssitzung, weil weder FP2 noch FP3 stattfinden. Nach dem ursprünglichen Plan hätten die Teams also lediglich 60 Minuten gehabt, um Auto, Setup und Abläufe auf der Strecke abzustimmen, bevor es in die entscheidenden Sessions geht. Gerade unter Sprint-Bedingungen wiegt jeder verlorene oder fehlende Kilometer schwerer als an einem normalen Grand-Prix-Wochenende.

Die FIA begründete die Änderung ausdrücklich mit mehreren Faktoren. In ihrer Mitteilung hieß es nach den Konsultationen mit den Stakeholdern, die Entscheidung trage „der Lücke seit dem letzten Grand Prix“, den kürzlich angekündigten regulatorischen und technischen Anpassungen sowie dem Sprint-Format Rechnung, das die verfügbare Trainingszeit über das Wochenende reduziert. Der Verband stellte auch klar: „Infolgedessen wird die Session nun von 12:00 bis 13:30 Uhr Ortszeit stattfinden.“

Besonders wichtig ist dabei der Zusammenhang mit den jüngst bestätigten Anpassungen an den Regeln für 2026. In den vorliegenden Informationen wird die Verlängerung direkt mit den überarbeiteten Motoren- und Technikvorgaben verknüpft. Die Teams sollen zusätzliche Zeit erhalten, um sich auf die verfeinerten Bestimmungen einzustellen und die Auswirkungen dieser Änderungen besser zu verstehen. Auch wenn die 2026er Regeln nicht erst in Miami relevant werden, verändert ihre kurzfristige Präzisierung unmittelbar die Vorbereitung auf dieses Wochenende.

Für die Teams ist das mehr als nur eine kleine Verschiebung im Zeitplan. An Sprint-Wochenenden ist das erste Training oft die einzige Gelegenheit, neue Abstimmungen zu prüfen, Longrun- und Qualifying-Eindrücke zu sammeln und Fahrer auf die Streckenbedingungen einzuschießen. Jede zusätzliche halbe Stunde kann darüber entscheiden, ob ein Team mit einem tragfähigen Setup in die konkurrenzrelevanten Sessions geht oder unter Parc-fermé-Druck mit offenen Fragen leben muss.

Die Maßnahme zeigt auch, wie stark selbst bereits festgelegte Wochenendpläne unter dem Einfluss technischer und regulatorischer Entscheidungen stehen. Die FIA hat nicht einfach nur eine Session verlängert, sondern anerkannt, dass die Kombination aus Regelanpassungen, Pause seit dem vergangenen Grand Prix und Sprint-Format den üblichen Rahmen gesprengt hat. Für Fahrer und Ingenieure in Miami bedeutet das vor allem eines: etwas mehr Zeit, um ein sonst extrem komprimiertes Wochenende unter veränderten Vorgaben auf Kurs zu bringen.