Die FIA hat den Auspuffflügel mit den Technikregeln für 2027 offiziell verboten und damit eine von Ferrari in Bahrain eingeführte Grauzonen-Lösung beendet, die inzwischen auch andere Teams in eigenen Varianten aufgegriffen hatten.
Ausgerechnet am Tag der offiziellen Bestätigung testete Ferrari in Spielberg bereits beide Richtungen. Im ersten Training zum Grand Prix von Österreich fuhr Lewis Hamilton den SF-26 mit Auspuffflügel, während Dino Beganovic im Verlauf der Session ohne das Bauteil unterwegs war. Der Vergleich diente laut den Berichten der Datensammlung für spätere Low-Downforce-Strecken wie Monza, auf denen weniger Luftwiderstand den Verlust an zusätzlichem Abtrieb aufwiegen könnte.
Die neue Regelverschärfung steht in der nach der Ratifikation durch den FIA World Motor Sport Council in Macau veröffentlichten Fassung des 2027er Reglements. Mit Artikel C2.3.7 definiert die FIA eine Sperrzone rund um das Endrohr. Wörtlich heißt es: „Except for tailpipe, no part of the car may lie within a right circular cylinder which intersects the planes XR = 385 and XDIF = 800, and whose axis is identical to, and diameter 20mm greater than, that of the right circular cylinder defined in C3.9.2(g).“ Damit darf außer dem Endrohr selbst kein Teil des Autos mehr in diesem Bereich liegen.
Ferrari hatte das Konzept bei den Bahrain-Wintertests 2026 vorgestellt. Das kleine Flügelelement direkt am Auspuffauslass lief intern unter dem Kürzel „FTM“. Möglich wurde die Lösung laut den Berichten dadurch, dass Ferrari das Differenzial im Getriebegehäuse so weit wie möglich nach hinten verlegte und den verfügbaren Raum entsprechend nutzte. Weil der SF-26 von Beginn an auf diese Architektur ausgelegt war, ließ sich das integrierte Ferrari-Konzept von der Konkurrenz zunächst nur schwer nachbauen.
Genau das hielt das Feld aber nicht davon ab, andere Wege zu suchen. Ab Miami nutzten Teams wie Mercedes, McLaren und Red Bull laut den Berichten eigene Interpretationen über Tailpipe-Stützen oder Halterungen, die sich aerodynamisch wie kleine Flügelelemente verwenden ließen. Deshalb beschränkte die FIA nicht nur den Raum um das Endrohr neu, sondern strich beziehungsweise verschärfte auch die bisherigen Passagen in Artikel C3.9, die solche Lösungen möglich gemacht hatten.
Aus Sicht des Weltverbands war der Schritt nötig, obwohl die bisherigen Ausführungen als legal galten. Nach Gesprächen mit den Technischen Direktoren der Teams wollte die FIA verhindern, dass die Entwicklung in diesem Detailbereich außer Kontrolle gerät und ein neuer kostspieliger Technik-Wettlauf entsteht. Für 2026 bleibt der Auspuffflügel damit noch erlaubt, ab 2027 ist das gesamte Konzept samt Nachahmerlösungen aus dem Regelwerk entfernt.
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