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Ferrari zielt in Monza auf Motor-Coup gegen Mercedes

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Ferrari arbeitet auf ein Monza-Wochenende hin, das im Titelkampf 2026 zum Wendepunkt werden könnte: Die Scuderia will dort die neue ADUO2-Power-Unit debütieren lassen und kann das tun, ohne eine Startplatzstrafe zu riskieren, weil Charles Leclerc und Lewis Hamilton bislang erst drei Motoren aus ihrem Kontingent eingesetzt haben.

Damit entsteht ausgerechnet beim Heimrennen ein direkter strategischer Kontrast zu Mercedes. Kimi Antonelli und George Russell haben bereits alle vier nach dem Reglement 2026 erlaubten Power Units verbraucht. Sollte Mercedes seine eigene weiterentwickelte Spezifikation des M17 E Performance in Monza bringen, würde ein zusätzlicher Wechsel sofort eine 20-Platz-Gridstrafe nach sich ziehen.

Für Ferrari ist der neue Motor deshalb mehr als nur ein normales Update. In Maranello läuft die ADUO2-Einheit in der finalen Testphase, darunter Dauerversuche auf dem Prüfstand, um die Zuverlässigkeitsziele abzusichern. Entscheidend ist, dass die geplante Leistungssteigerung die Lebensdauer der 067/6-Einheit nicht beeinträchtigt.

Technisch zielt Ferrari mit der zweiten von der FIA freigegebenen Ausbaustufe des V6-Turbos darauf ab, den Rückstand auf Mercedes auf den Geraden spürbar zu verkleinern. Geplant sind Änderungen an Brennraum und Turbo, ohne dass sich die Laufleistung der Komponenten verschlechtert. Genau das macht Monza für die Motorenabteilung um Enrico Gualtieri zu einem Schlüsselmoment für den weiteren Saisonverlauf.

Mercedes verfolgt parallel ebenfalls eine Motor-Evolution für Monza. Berichten zufolge umfasst sie Änderungen an der Verbrennung, einen neuen Turbo und aktualisierten Petronas-Kraftstoff. Der Unterschied liegt aber in der Ausgangslage: Ferrari kann seine neue Spezifikation regulär einführen, Mercedes muss jede zusätzliche Einheit gegen das Risiko einer sofortigen Strafe abwägen.

Vor Monza konzentriert sich Ferrari zunächst auf Zandvoort. Dort sind kleinere Änderungen vorgesehen, vor allem eine Feinanpassung des SF-26 an eine Strecke ohne lange Geraden. Gerade deshalb ist der Niederlande-Grand-Prix ein wichtiger Zwischenschritt, nachdem Ferrari in Ungarn trotz höherer Erwartungen nur die Plätze vier durch Leclerc und fünf durch Hamilton erreichte.

Die Motorenlage könnte in Monza deshalb auch direkten Einfluss auf beide WM-Wertungen haben. Mercedes führt die Konstrukteurswertung mit 379 Punkten vor Ferrari mit 307 an. In der Fahrerwertung liegt Antonelli 50 Punkte vor Hamilton. Wenn Ferrari den geplanten Leistungsschub ohne Strafe auf die Strecke bringt und Mercedes in seiner Reaktion eingeschränkt ist, könnte das Heimrennen die Kräfteverhältnisse im Titelkampf spürbar verschieben.

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