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Ferrari-Upgrades in Miami sorgen für neue Zweifel

Ferraris 11-teiliges Upgrade-Paket in Miami hat den erhofften Leistungssprung nicht gebracht und stattdessen neue Sorgen über ein mögliches Korrelationsproblem ausgelöst, nachdem Ex-Ferrari-Ingenieur Rob Smedley die Lage als "leicht zermürbend" beschrieben hat.

Die Scuderia brachte beim Miami Grand Prix mehr neue Teile als jedes andere Team, blieb sportlich aber hinter den Erwartungen zurück. Lewis Hamilton wurde Sechster, Charles Leclerc nach einer nachträglichen 20-Sekunden-Strafe nur als Achter gewertet. Gleichzeitig machte McLaren mit seinem eigenen Update-Schub den stärkeren Eindruck und rückte in der Konstrukteurswertung bis auf 16 Punkte an Ferrari heran.

Smedley, ehemaliger Ferrari-Ingenieur, sagte im High Performance Podcast, genau das sei aus technischer Sicht besonders problematisch. "Zu 100 Prozent. Es ist leicht zermürbend, weil es aus technischer Sicht im Grunde diese negative Schleife auslöst", sagte er. "Was habt ihr gebracht? Was funktioniert? Was funktioniert nicht?" Wenn die neuen Teile nicht mit den Daten aus Windkanal und Simulation übereinstimmen, müsse Ferrari laut Smedley einen kompletten Rückwärtsprozess starten und "zurück in den Windkanal" gehen. Das halte dann "die gesamte Entwicklung im Windkanal auf, die man eigentlich machen sollte".

Damit steht nicht nur das Miami-Paket selbst infrage, sondern womöglich auch der nächste Entwicklungsschritt des SF-26. Der Kern des Problems ist aus Smedleys Sicht nicht allein, dass Ferrari mit 11 Neuerungen keinen klaren Schritt nach vorn gemacht hat, sondern dass das Team im schlimmsten Fall erst verstehen muss, welche Teile überhaupt wie erwartet arbeiten.

Otmar Szafnauer, der neben Smedley im Podcast sprach, betonte, dass ein solches Problem weit über ein enttäuschendes Wochenende hinausreicht. "Es passieren zwei Dinge. Du hast nur begrenzte Ressourcen, und nun setzt du diese Ressourcen für Korrelation ein, nicht dafür, das Auto schneller zu machen", sagte der frühere Teamchef von Alpine. Ohne saubere Korrelation sei zusätzlicher Abtrieb oder mehr Performance letztlich "nur Glück". Deshalb müssten dann genau die Ingenieure, die eigentlich an Rundenzeit arbeiten sollten, zuerst die Abweichung zwischen Datenlage und Streckenrealität aufklären.

Das ist für Ferrari besonders heikel, weil der Saisonstart zunächst deutlich positiver ausgesehen hatte. Dazu gehörte auch Hamiltons erstes Podium für Ferrari in China. Miami sollte diesen Trend mit einem großen Entwicklungspaket untermauern. Stattdessen hat McLaren den Abstand verkürzt und sich nach einem starken Wochenende als unmittelbare Gefahr etabliert.

Szafnauer sagte, Mercedes habe vor den Sessions in Miami nach dem Anblick von Ferraris 11 Upgrades noch erwartet, dass Ferrari der Hauptgegner sein würde. Nach dem Wochenende zog er jedoch ein anderes Fazit: "Ich denke, McLaren wird Ferrari in der Meisterschaft bald überholen." Das bekommt zusätzliche Brisanz, weil Mercedes sein großes Upgrade-Paket laut Szafnauer noch gar nicht gebracht hat und damit bis Kanada wartet.

Für Ferrari droht Miami damit mehr zu werden als ein verpasstes Wochenende. Wenn Smedleys Verdacht auf fehlende Korrelation zutrifft, könnte aus dem größten Update-Paket des Wochenendes genau in dem Moment ein Entwicklungsrückschlag werden, in dem McLaren aufschließt und Mercedes noch einmal nachlegen will.