Ferrari hat am Freitag beim Großen Preis von Ungarn die erste Duftmarke gesetzt: Lewis Hamilton führte im zweiten Training auf dem Hungaroring mit 1:18,729 ein Ferrari-Doppel vor Charles Leclerc an, nur 0,148 Sekunden dahinter.
Damit drehte Ferrari ein Wochenende sofort in eine spannendere Richtung, das vor der Sommerpause eigentlich wieder stark von Mercedes und WM-Spitzenreiter Andrea Kimi Antonelli geprägt schien. Leclerc war schon im ersten Training mit 1:19,075 Schnellster gewesen, Hamilton dort Dritter. Im zweiten Training blieb Ferrari vorn, während Lando Norris im McLaren mit 0,499 Sekunden Rückstand Dritter wurde.
Diese Freitagsform wiegt in Budapest besonders schwer. Der 4,381 Kilometer lange Hungaroring mit seinen 14 Kurven gilt als Strecke, auf der Überholen notorisch schwierig ist. Gerade deshalb sind Qualifying, Fahrzeugbalance und Reifenmanagement auf die 70 Rennrunden oft entscheidender als auf vielen anderen Kursen.
Umso auffälliger war der Rückstand von Antonelli. Der Mercedes-Pilot hatte im ersten Training gar nicht im Auto gesessen, weil Frederik Vesti den vorgeschriebenen Rookie-Einsatz übernahm. In FP2 kam der WM-Führende dann nicht über Rang 13 hinaus und lag 1,9 Sekunden hinter Hamilton. Dabei fuhr Antonelli seine Zeit allerdings auf Medium-Reifen, nicht auf den Softs der meisten direkten Konkurrenten.
Trotzdem verändert Ferraris Auftakt die Einordnung dieses Wochenendes. Antonelli reist nach seinem sechsten Saisonsieg in Spa mit 204 Punkten als klarer WM-Leader nach Ungarn, 45 Punkte vor Hamilton und 50 vor seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell. Gerade weil Antonelli vor der Sommerpause unabhängig vom Ergebnis als Tabellenführer abreisen wird, ist Ferraris Tempo in Budapest ein früher Gradmesser dafür, ob Mercedes' Vorsprung auf einer Strecke mit weniger Motorfokus und mehr Betonung auf Balance wirklich angreifbar ist.
Hinter der Spitze verlief der Freitag nicht ohne Zwischenfälle. Lance Stroll fiel nach einem Defekt an der linken Hinterradaufhängung seines Aston Martin im ersten Training für den Rest des Tages aus und konnte in FP2 nicht mehr fahren. Dort sorgte Franco Colapinto im Alpine für eine rund sechs Minuten lange Unterbrechung, als er in der letzten Kurve die Kontrolle verlor, rückwärts in die Begrenzung einschlug und anschließend per Funk meldete: „Mir geht es gut.“
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