Ferrari steht vor dem ersten Formel-1-Einsatz auf dem neuen Madring und will mit Charles Leclerc und Lewis Hamilton bei einem auf 200 Kilometer begrenzten Filming Day als erstes Team überhaupt auf dem Madrider Kurs fahren, noch bevor dort vom 11. bis 13. September der Spanien-Grand-Prix stattfindet.
Der Einsatz ist mehr als eine reine PR-Ausfahrt. Mehrere Berichte beschreiben die Session als offiziellen Filming Day mit dem SF-26 auf dem 5,416 Kilometer langen Kurs mit 22 Kurven im Bereich IFEMA-Valdebebas. Für Ferrari ist das die erste Gelegenheit, vor dem Rennwochenende ein Gefühl für die Charakteristik der neuen Strecke zu bekommen. Für die Organisatoren ist es zugleich der erste echte Belastungstest mit einem aktuellen Formel-1-Auto.
Gerade der Zeitpunkt macht den Termin bemerkenswert. Bei jüngsten Medienbesuchen war das Gelände rund um die Strecke noch in Teilen eine aktive Baustelle, mit laufenden Arbeiten an Tribünen, Zuschauerbereichen und Infrastruktur im Paddock. Der Streckenverlauf selbst gilt dagegen als fertig, zuletzt war noch von abschließenden Asphaltarbeiten die Rede.
Dass Ferrari nun trotzdem schon fahren soll, ist ein deutliches Signal für den Fortschritt des Projekts. Hinweise darauf gab es auch abseits der Berichte von Motorsport.com: Für das Areal wurde eine Verkehrssperre von 07:00 bis 22:00 Uhr wegen "Bauarbeiten und der Durchführung eines Tests" gemeldet. SoyMotor.com erklärte zudem, der Kurs habe eine Nachfrage zu Ferraris Einsatz weder bestätigt noch dementiert.
Luis García Abad, Generaldirektor von Madring, sagte gegenüber MARCA, der Kurs habe bewusst nur über bereits Erreichtes sprechen wollen: "Wir haben von Anfang an versucht, nicht über Dinge zu sprechen, die passieren würden. Wir haben versucht, über die Dinge zu sprechen, die bereits passiert waren. Ich glaube, als wir zum ersten Mal gesagt haben, dass es in Madrid ein Formel-1-Rennen geben würde, haben viele die Augenbrauen hochgezogen. Das ist keine Redensart. Wir sind bis hierher gekommen, indem wir fertige Dinge geliefert und keine Luftschlösser gebaut haben."
Die Ausfahrt ist auch deshalb wichtig, weil vor dem Formel-1-Wochenende kein anderes Rennen auf dem Madring stattfinden wird. Damit wird Ferraris Filming Day zur ersten echten Referenz dafür, wie weit die Anlage betriebsbereit ist und ob vor dem Grand Prix im September noch Probleme behoben werden müssen.
© Jonathan Borba