Bernie Ecclestone hat Ferraris Aufbau direkt nach dem Aufschwung in Frage gestellt und erklärt, das Problem der Scuderia sei, dass „zu viele Italiener“ daran beteiligt seien, zu erklären, „was man tun und was man nicht tun soll“.
Beim Österreich-Grand-Prix sagte der frühere Formel-1-Chef in einem Interview mit mehreren Medien, darunter Crash.net: „Il problema della Ferrari secondo me è che ci sono troppi italiani impegnati a spiegare cosa fare e cosa no.“ Ferrari brauche stattdessen klarere Autorität innerhalb des Teams. „Basta davvero una sola persona che dica: ‘Fai questo’ o ‘Fai quello’. Che abbiano ragione o torto, lo dirà solo il tempo.“
Der Zeitpunkt seiner Kritik ist brisant, weil Ferrari in Barcelona gerade den ersten Sieg seit fast zwei Jahren gefeiert hatte. Lewis Hamilton beendete dort Mercedes' Serie von sechs Siegen zu Beginn der Saison 2026 und verkürzte den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli auf 41 Punkte.
Ferrari selbst versucht den Stimmungsumschwung allerdings bewusst zu bremsen. Teamchef Frederic Vasseur hatte schon nach dem Erfolg in Spanien gewarnt: „Ora non siamo campioni del mondo.“ Nach dem enttäuschenden Wochenende auf dem Red Bull Ring legte er nach: „Non eravamo campioni prima e non siamo stupidi ora.“ Damit zog er eine klare Linie zwischen dem Ausreißer nach oben in Barcelona und der deutlich schwächeren Leistung in Österreich.
Hamilton schlug in Aussagen, über die die Times berichtete, in dieselbe Kerbe. „Penso che l’Austria sia stata un ritorno alla realtà. Non sappiamo perché siamo stati così competitivi domenica a Barcellona. Si tratta di una pista dove sono molto forte e ho scelto una strategia che dalla mia esperienza sapevo che avrebbe potuto funzionare“, sagte er. Damit machte Hamilton deutlich, dass Ferrari den Grund für die starke Form in Katalonien selbst nicht vollständig erklären kann.
Noch deutlicher wurde er beim Vergleich mit Mercedes: „Oggi siamo tornati alla realtà: abbiamo ancora una buona macchina ma siamo indietro rispetto alla Mercedes in termini di ritmo. Questo non significa che non potremo accorciare il divario, ma quella singola vittoria non significa che li batteremo sempre. Dobbiamo semplicemente continuare a migliorare le prestazioni della macchina, specie a livello di potenza.“
Genau dort trifft Ecclestones Vorwurf den empfindlichen Punkt. Während Vasseur und Hamilton Ferraris Form als schwankend und noch nicht belastbar einordnen, verbindet Ecclestone die lange Titelflaute weiter mit der Organisation des Teams. Ferrari hat die Konstrukteurs-WM seit 2008 nicht mehr gewonnen, und der letzte Fahrertitel der Scuderia bleibt Kimi Räikkönens Triumph von 2007. Damit steht nach Barcelona und Österreich weniger die einzelne Performance im Fokus als die Frage, ob Ferraris jüngste Belebung strukturell wirklich tragfähig ist.
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