Stefano Domenicali hat bestätigt, dass die Formel 1 bereits einen Notfallplan für das Saisonfinale 2026 vorbereitet hat, falls die Grands Prix in Katar und Abu Dhabi wegen des anhaltenden Kriegsumfelds im Nahen Osten nicht stattfinden können.
Der F1-CEO sagte im Gespräch mit L’Équipe, die Serie gehe mit der Lage „sehr pragmatisch“ um, ähnlich wie in der Covid-Zeit. „Ich kann bestätigen, dass wir einen Notfallplan haben. Wenn die Rennen am Jahresende nicht stattfinden können, werden wir andere Ersatzlösungen haben“, sagte Domenicali.
Hintergrund sind die bereits abgesagten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien, die ursprünglich Mitte April stattfinden sollten. Nach dem seit Ende Februar andauernden Krieg zwischen Iran und den USA beziehungsweise Israel sowie der angespannten Sicherheitslage in der Region war ein Grand Prix dort nach Domenicalis Darstellung damals nicht möglich.
Genau diese Ausfälle machen die Planung für die zweite Saisonhälfte so kompliziert. Domenicali verwies auf die „logistische Komplexität“ und die Kosten eines umgebauten Kalenders. Beide verlorenen Rennen neu anzusetzen sei „unmöglich“, selbst ein einzelner Ersatztermin werde „nicht einfach“, weil nur sehr wenige freie Zeitfenster übrig seien. Einen Termin am 4. Oktober bezeichnete er aber als mögliche Option.
Damit verdichten sich die Hinweise, dass die Formel 1 zumindest eine Rückkehr eines der ausgefallenen Golf-Rennen prüft. DAZN-Reporter Thomas Slater sagte während der Übertragung des Kanada-Grand-Prix, die Formel 1 versuche „um jeden Preis“, den Grand Prix von Saudi-Arabien zurück in den Kalender zu bringen. Auch Bahrain werde geprüft. Ein diskutiertes Szenario sieht Bahrain vom 2. bis 4. Oktober zwischen Aserbaidschan und Singapur vor, was Teil einer Phase von zehn Rennen in 13 Wochen wäre.
Die Entscheidung darüber kann aber nicht beliebig lange warten. Nach Informationen von RacingNews365 muss Domenicali bis zur Sommerpause im August festlegen, ob am 4. Oktober tatsächlich ein Rennen stattfinden kann. Gleichzeitig stellte er klar, dass Las Vegas am 22. November nicht das letzte Saisonrennen sein wird. Damit bleibt die Tür für ein stark verdichtetes Saisonende offen, das im Fall einer Austragung in Abu Dhabi bis zum 20. Dezember reichen könnte.
© Jonathan Borba