Damon Hill hat Fernando Alonsos Darstellung von Max Verstappens Krise in der Formel-1-Saison 2026 öffentlich zurückgewiesen und dessen Fairness-Kritik mit deutlichen Worten abgeräumt. Auf Instagram reagierte der Formel-1-Weltmeister von 1996 auf Alonsos Aussagen mit: „Was für ein Unsinn! Ich bin hier ganz klar nicht einverstanden mit FA.“
Auslöser war ein Interview, das Alonso der spanischen Zeitung Mundo Deportivo gegeben hatte. Fernando Alonso, Aston-Martin-Pilot und zweimaliger Weltmeister, nannte Verstappen dort „den besten Fahrer im Feld“ und verwies auf dessen schwache Position im Klassement als Beleg dafür, wie sehr die Ergebnisse in der Formel 1 vom Material abhängen. „Max Verstappen ist der beste Fahrer im Feld, und dieses Jahr wird er Fünfter oder Sechster“, sagte Alonso. „Ich weiß nicht, ob die Formel 1 in diesem Sinne ein bisschen unfair ist.“ Er fügte hinzu, es gebe „keinen Grund, Zeit damit zu verschwenden, es Menschen zu erklären, die es nicht verstehen wollen“.
Die Schärfe der Reaktion erklärt sich auch aus Verstappens Lage. Der Red-Bull-Fahrer, Weltmeister von 2021 bis 2024, liegt in der Fahrerwertung nur auf Rang sieben und hat nach dem Grand Prix von Großbritannien bereits 103 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Kimi Antonelli. Ein Sieg ist ihm in dieser Saison noch nicht gelungen.
Zu der sportlichen Formkrise kommen Zwischenfälle hinzu. In Silverstone wurde Verstappen nach einem Dreher in den Schlussrunden in Stowe offiziell als 20. gewertet, tatsächlich war es sein dritter Ausfall des Jahres. Gerade dieser Kontrast zwischen seinem Renommee und seinen Ergebnissen hat Alonsos Argument befeuert, dass selbst ein Fahrer von Verstappens Niveau ohne konkurrenzfähiges Auto kaum um den Titel kämpfen kann.
Hill stellt sich damit gegen genau diese Lesart. Sein Widerspruch verschärft eine alte Grundsatzfrage der Formel 1: ob die Serie vor allem den besten Fahrer belohnt oder das stärkste Gesamtpaket aus Fahrer und Auto. Im Kern macht der Schlagabtausch um Verstappen deutlich, wie schnell eine sieglose Saison eines viermaligen Weltmeisters zur Debatte über das Wesen der Formel 1 selbst wird.
© Jonathan Borba