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Coulthard sieht Verstappen eher bei Ferrari

David Coulthard hat die Diskussion um Max Verstappens Zukunft um eine neue Richtung erweitert und Ferrari statt Mercedes als den passenderen Zielort bezeichnet, falls der Red-Bull-Weltmeister das Team eines Tages verlassen sollte.

Der frühere Formel-1-Fahrer sagte im Podcast Up To Speed, Verstappen passe "besser in die Ferrari-Welt als in die Mercedes-Welt". Trotz der seit Jahren bestehenden Verbindungen zu Mercedes sieht Coulthard den entscheidenden Unterschied nicht in der sportlichen Schlagkraft, sondern im Umfeld. Verstappen hätte bei Ferrari aus seiner Sicht "die Freiheit, einfach Max zu sein" und wäre dort "eine angenehmere Passform", weil er "einfach auftauchen, schnell fahren, vermutlich Rennen gewinnen und dann nach Hause gehen" könne.

Gerade deshalb fällt Coulthards Einordnung auf. Mercedes gilt seit mehreren Jahren als das Team, das am hartnäckigsten mit Verstappen in Verbindung gebracht wird. Toto Wolff hatte Verstappen öffentlich umworben, als Mercedes nach einem Nachfolger für Lewis Hamilton suchte. Hinzu kommt, dass Verstappen auch abseits der Formel 1 mit Mercedes verbunden ist und bei seinen GT3-Einsätzen Mercedes-Material fährt, darunter beim bevorstehenden 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Der Hintergrund für die neuen Spekulationen ist Red Bulls schwieriger Start unter den technischen Regeln von 2026. Verstappen hat die neuen Autos und die veränderte Gewichtung zwischen Verbrennerleistung und elektrischer Energie seit Monaten offen kritisiert. Auch nach den Anpassungen durch die FIA in Miami blieb seine Unzufriedenheit laut den vorliegenden Berichten bestehen.

Ganz so weit, dass ein Abschied unmittelbar bevorsteht, geht die Deutung aber nicht. Naomi Schiff, ehemalige W-Series-Fahrerin, sagte ebenfalls bei Up To Speed, dass sie nicht glaubt, Verstappen wolle Red Bull überhaupt verlassen, solange das Team ihm ein siegfähiges Auto gibt. Miami wertete sie als Schritt nach vorn: Red Bull brachte sieben neue Teile ans Auto, Verstappen qualifizierte sich als Zweiter mit 0,166 Sekunden Rückstand auf Lando Norris und wurde nach einem frühen Dreher noch Fünfter. Schiff sagte, der Druck liege eher bei Red Bull, "sicherzustellen, dass sie liefern und ihm ein Auto geben, mit dem er gewinnen kann, damit er bis zum Ende seines Vertrags bleibt".

Damit verschiebt Coulthards Aussage vor allem den Schwerpunkt der Debatte. Statt nur über ein mögliches Mercedes-Szenario zu sprechen, steht nun auch Ferrari wieder im Raum, zumindest als theoretisch besserer kultureller Fit. Kurzfristig bleibt ein solcher Wechsel allerdings schwer vorstellbar: Verstappen steht bei Red Bull noch zwei Jahre unter Vertrag, während Ferrari mit Charles Leclerc bis 2027 gebunden ist und Lewis Hamilton Berichten zufolge eine Option auf eine dritte Saison hat.