Kimi Antonelli ist in Barcelona einer größeren Strafe entgangen: Die Stewards werteten sein Manöver vor Lance Stroll im dritten freien Training zwar als erratisches Fahren, beließen es aber bei einer Verwarnung ohne Gridstrafe oder weitere sportliche Sanktion.
Für Mercedes ist das auf einem entscheidenden Qualifying-Tag besonders wichtig, weil der Italiener damit ohne unmittelbare Folgen für den Rest seines Wochenendes weitermachen kann. Es war Antonellis erste Verwarnung der Saison 2026.
Der Vorfall ereignete sich spät in FP3 in Kurve 2, nachdem Antonellis schnelle Runde durch Verkehr zerstört worden war. Nach Angaben der Stewards war das Mercedes-Auto mit der Nummer 12 beim Anbremsen von Kurve 1 von Strolls Aston Martin beeinträchtigt worden. Antonelli überholte Auto 18 anschließend, bremste dann aber direkt davor und verhinderte so, dass Stroll wieder vorbeikam.
In ihrer Entscheidung schrieben die Stewards: „Auto 12 wurde von Auto 18 beim Anfahren auf Kurve 1 beeinträchtigt. Nachdem der Fahrer von Auto 12 Auto 18 überholt hatte, bremste er vor Auto 18 und verhinderte, dass dieses wieder vorbeifährt. Dies wird als erratische Fahrweise eingestuft.“ Weiter hieß es: „Der Fahrer gab während der Anhörung zu, aus Frustration gehandelt zu haben, und entschuldigte sich für seine Aktion.“
Die Frustration war bereits am Funk deutlich geworden. Nachdem er auf Verkehr aufgelaufen war, sagte Antonelli über Funk: „Oh mein Gott, Stroll, wie immer.“ Kurz darauf sagte er zu Renningenieur Peter Bonnington: „Warum habe ich immer Verkehr? Ich verstehe das nicht. Alle sind immer im Weg. Ich hatte in meiner ersten Runde vier Autos in Kurve 1, vier Autos.“
Dass die Sache ohne härtere Strafe endete, ist auch deshalb relevant, weil Antonelli als WM-Führender nach fünf Siegen in Folge zur Anhörung erschien. Statt eines Rückschlags vor dem Qualifying bekam der Mercedes-Pilot nur eine erste offizielle Rüge und behielt damit seine Ausgangslage für den weiteren Verlauf des Barcelona-Wochenendes.
© Jonathan Borba