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Carlos Sainz fordert radikales neues F1-Format

Carlos Sainz hat ein radikales Format für die Formel 1 vorgeschlagen, in dem jeder Fahrer in einer Saison zwei Grands Prix für jedes Team bestreiten würde, damit nach seiner Vorstellung alle „genau die gleiche Chance“ auf den WM-Titel haben.

Im Interview mit Mundo Deportivo sprach der Williams-Fahrer erstmals öffentlich über die Idee, die er selbst als „ein bisschen verrückt“ bezeichnete und nach eigenen Worten „noch nie“ der Presse erzählt habe. Sein Modell sieht eine 20-Rennen-Saison vor, in der Fahrer und Hersteller vollständig voneinander getrennt wären. Der Fahrer wäre dann nicht mehr an ein einzelnes Team gebunden, sondern „Teil der F1“ und würde durch das Feld rotieren, also „zwei für Williams, zwei für Mercedes, zwei für Ferrari und so weiter“.

Sainz’ Gedanke dahinter ist, den Einfluss des Materials aus der Fahrer-Weltmeisterschaft herauszunehmen. Wenn jeder Pilot über die Saison in jedem Auto antreten würde, hätten aus seiner Sicht alle dieselben Voraussetzungen im Kampf um den Titel. Die Punkte, die ein Fahrer in jedem Auto holt, würden zugleich für die jeweilige Marke in die Konstrukteurswertung eingehen.

„So würde man die Teams komplett von den Fahrern trennen“, sagte Carlos Sainz, Williams-Pilot, Mundo Deportivo. „Und so hätte man eine echte Fahrer-Weltmeisterschaft und eine echte Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.“

Sainz machte aber selbst klar, dass er nicht an eine Umsetzung glaubt. Noch bevor er das Konzept vollständig erklärte, schob er hinterher: „Das wird nie passieren, oder?“ Als Grund gilt aus seiner Sicht die Struktur der modernen Formel 1 mit ihren tief verankerten Team-Identitäten und ihrem kommerziellen Gefüge. In einem solchen System ist es kaum vorstellbar, dass Teams ihre Autos auf Rotationsbasis an Fahrer abgeben, während andere an einzelnen Wochenenden zwangsläufig im hinteren Feld landen würden.

Der Vorschlag zeigt zugleich, wie stark Sainz die Rolle des Autos im heutigen Grand-Prix-Sport gewichtet. Seine Idee zielt direkt auf ein Grundproblem der Formel 1: Ergebnisse hängen nicht nur vom Fahrer ab, sondern massiv vom Paket, das ihm zur Verfügung steht. In seiner realen 2026-Saison spiegelt sich das wider. Sainz liegt mit sechs Punkten auf Rang 14 der Fahrerwertung, während Williams mit 11 Punkten Achter der Konstrukteurs-WM ist.