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Cadillac warnt nach starkem F1-Start vor Erwartungsdruck

Cadillac hat sich nach sieben Grands Prix in seiner ersten Formel-1-Saison ohne erkennbare Anlaufschwierigkeiten etabliert und bereits genug Tempo gezeigt, um Aston Martin unter Druck zu setzen. Genau darin sieht Teamchef Graeme Lowdon aber auch eine Gefahr: Der ermutigende Start sei ein „zweischneidiges Schwert“, weil die Erwartungen schnell schneller wachsen könnten als das Projekt selbst.

Noch liegt Cadillac in der Konstrukteurswertung auf dem letzten Platz, doch der MAC-26 hat bereits gezeigt, dass er mit dem von Adrian Newey betreuten Aston Martin AMR26 mithalten und ihn an manchen Wochenenden auch schlagen kann. Das deutlichste Beispiel lieferte Monaco. Dort holte Fernando Alonso mit Platz zehn den bislang einzigen Saisonpunkt für Aston Martin. Sergio Perez kam zwar vor dem Spanier über die Ziellinie, verlor einen möglichen ersten Cadillac-Punkt aber durch eine Zeitstrafe.

Lowdon sagte im neuen Hospitality-Bereich des Teams in Monaco, Cadillac habe von Beginn an versucht, „so zu starten, wie wir weitermachen wollen“, und habe „bei praktisch jedem Rennen etwas“ an das Auto gebracht. Der Fortschritt sei deshalb ermutigend, erhöhe aber zwangsläufig den Druck. „Wenn man einen Schritt nach vorn macht, steigen die Erwartungen aller“, sagte Lowdon. Mit Zielen und Erwartungen müsse ein Team umgehen, statt sie als Problem zu sehen. „Man kann sie entweder als riesiges Problem betrachten, oder man kann sie annehmen, und ich denke, es ist besser, sie anzunehmen.“

Gleichzeitig warnte er davor, in einen Bereich zu geraten, „in dem die Erwartungen einfach zu hoch werden“. Der beste Schutz dagegen sei „großer Respekt vor allen Teams, gegen die wir antreten“ und das Bewusstsein dafür, „wie konkurrenzfähig dieses Spiel ist“. Erst danach könne Cadillac weiter den nächsten Schritt machen.

Ein Teil dieser frühen Glaubwürdigkeit beruht laut Lowdon darauf, dass Cadillac im Fahrerlager schnell nicht mehr wie ein überforderter Neuling wirkte. Von außen seien kaum Fehltritte sichtbar gewesen, obwohl im Hintergrund parallel zur Rennmannschaft große Projekte liefen. Lowdon sprach von „wirklich außergewöhnlicher“ Arbeit im Team und betonte, dass ein großer Teil davon „überhaupt nicht sichtbar“ sei. Allein die neue Hospitality-Einheit sei ein großes Projekt gewesen, das rechtzeitig fertig werden musste. „Der Grand Prix von Monaco wartet nicht auf uns“, sagte er. Dazu komme der Aufbau neuer Standorte in Indianapolis, Charlotte und Silverstone.

Gerade weil Cadillac so aufgeräumt aufgetreten ist, wird das Team nun fast sofort an denselben Maßstäben gemessen wie etablierte Rennställe. Auch das bezeichnete Lowdon als „zweischneidiges Schwert“: Wenn ein neues Team von Anfang an so wirke, als gehöre es bereits dazu, dann erwarte die Konkurrenz auch, dass es sportlich sofort auf diesem Niveau abliefert. Für Cadillac ist genau das die neue Lage nach nur sieben Rennen.