© Jonathan Borba

Cadillac rutscht nach Doppel-Aus in die Krise

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Cadillac geht nach dem Großen Preis von Ungarn mit einer offenen Zuverlässigkeitskrise in die Sommerpause: In Budapest fielen erneut beide Autos aus, Sergio Perez nach 48 Runden mit einem Aufhängungsschaden, Valtteri Bottas schon nach 13 Runden, als überhitzte Bremsen in einem Feuer endeten.

Für das neue Team wiegt vor allem die Wiederholung schwer. Perez nannte die Lage am Sonntagabend „mehr als besorgniserregend“ und sagte, Probleme seien bei einem neuen Rennstall zwar bis zu einem gewissen Grad zu erwarten, „aber es ist frustrierend, dass es inzwischen so oft passiert ist“.

Sein Rennen endete laut Perez abrupt in Kurve 5. „Die Aufhängung ging in Kurve 5 einfach kaputt“, sagte der Cadillac-Pilot. Das linke Vorderrad habe plötzlich zu flattern begonnen, er konnte die Linie nicht mehr halten und musste neben die Strecke. Zwar brachte er seinen beschädigten MAC-26 über die Auslaufzone noch zurück an die Box, doch „an ein Weiterfahren war mit dem Schaden nicht zu denken“.

Bottas erlebte einen anderen Defekt, der aber denselben Kern des Problems freilegte. Er sagte, er habe bis zu seinem Ausfall sowohl Sprit als auch die Bremsen schonen müssen, also „früher vom Gas gehen und das Auto rollen lassen“. Als Cadillac glaubte, die Situation wieder unter Kontrolle zu haben, „plötzlich stand praktisch alles in Flammen“.

Danach blieb ihm keine echte Möglichkeit mehr, das Auto sicher zu verzögern. „Da hatte ich gar keine Bremsleistung mehr“, sagte Bottas. Er vermute, dass die Bremsleitungen gebrannt hätten. „Deshalb musste ich das Auto gegen die Wand fahren, um es abzubremsen.“ Der Finne erklärte die Ursache mit den extremen Bedingungen in Ungarn: hohe Temperaturen, eine außergewöhnlich anspruchsvolle Strecke und eine sehr hohe Belastung für die Bremsen. Irgendwann beginne im Inneren alles zu brennen und zerstöre dann praktisch die gesamte Anlage.

Besonders bitter für Cadillac: Der Defekt traf trotz eines neuen Teils, das genau dieses Problem eindämmen sollte. Bottas verwies auf „einen neuen Bremsschacht“, der die vorderen Bremsen besser belüften sollte. „Offensichtlich brauchen wir aber noch mehr Luftzufuhr. Das hat sich in Ungarn gezeigt.“

Damit rückte auch die zweite wiederkehrende Schwachstelle des Teams noch deutlicher in den Fokus. Bottas sprach davon, dass es „bereits das zweite Mal“ gewesen sei, „dass unser zweites Auto wegen eines Aufhängungsschadens ausfällt“. Für ihn ist deshalb „völlig klar, in welchem Bereich wir arbeiten und welche Probleme wir lösen müssen, damit wir Rennen endlich beenden können“.

Die Folgen reichen über Budapest hinaus. Cadillac ist weiter das einzige Formel-1-Team ohne WM-Punkt und gilt nach dem Ungarn-Wochenende als neues Schlusslicht im Feld. Im Qualifying lag das Team 2,6 Sekunden hinter der Bestzeit. Perez erwartet nun, dass die Phase bis zur Wiederaufnahme der Saison entscheidend wird. „Ich bin sicher, wir werden die Sommerpause nutzen, um all diese Schwachstellen zu beseitigen und uns in allen Bereichen und Abteilungen zu verbessern“, sagte er. „Das wird entscheidend dafür sein, wie gut wir uns in der zweiten Saisonhälfte weiterentwickeln.“

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