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Cadillac prüft Camara wegen Hertas F2-Problemen

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Cadillac beobachtet Rafael Camara intensiv als mögliche Option für ein Formel-1-Cockpit 2027, weil der Ferrari-Junior in der Formel 2 gerade an Profil gewinnt und Colton Hertas schwierige Rookie-Saison den bisher erwarteten Weg des Teams ins Wanken bringt.

Camara hat seine Aktie in den vergangenen Wochen deutlich gesteigert. Seit dem Monaco-Wochenende holte der 21-Jährige zwei Siege und vier Polepositions, beide Erfolge in Hauptrennen, und reist als Dritter der Formel-2-Gesamtwertung zum Ungarn-Wochenende. Dazu kommt sein Titelgewinn in der Formel 3 im vergangenen Jahr, der ihn schon vor seinem ersten F2-Jahr zu einem der begehrtesten Nachwuchsfahrer gemacht hatte.

Das ist für Cadillac besonders relevant, weil Herta als vom Team unterstützter Kandidat bislang weder sportlich noch regulatorisch überzeugt. Der Amerikaner liegt vor dem Hungaroring in seiner Debütsaison nur auf Rang 16 der Formel-2-Meisterschaft, sein bestes Ergebnis ist ein fünfter Platz. Vor allem fehlen ihm damit weiterhin sechs Punkte für die Superlizenz. Über Freitagstrainings kann er diese Lücke in diesem Jahr nicht mehr schließen, denn die vier Rookie-Einsätze, die Sergio Perez und Valtteri Bottas nach Reglement abgeben müssen, würden dafür nicht reichen.

Damit geht es bei Cadillac längst nicht nur um die Lizenzfrage. Laut den Berichten wachsen intern auch Zweifel, ob Herta bereits bereit für die Formel 1 ist. Das wiegt umso schwerer, weil das Team öffentlich immer wieder seine langfristige Bindung an Perez und Bottas für 2027 betont hatte und Herta eigentlich als naheliegender Kandidat für die weitere Zukunft galt.

Camaras Aufstieg beeinflusst gleichzeitig auch den Markt bei Haas. Motorsport-Total.com berichtet, dass er Ende August in Portimao gemeinsam mit Leonardo Fornaroli testen soll. Diese Ausfahrt könnte zu einer Art Direktvergleich werden, um zu entscheiden, wer 2027 neben Oliver Bearman fahren soll. Damit ist Camara nicht nur für einen Neueinsteiger wie Cadillac interessant, sondern auch für ein etabliertes Team, das noch nicht alle Plätze für die nächste Phase seiner Fahrerplanung festgezurrt hat.

Für Cadillac hätte ein Vorstoß bei Camara deshalb über die reine Fahrerfrage hinaus Bedeutung. Das Team würde damit nicht nur seinen eigenen geförderten Kandidaten Herta übergehen, sondern sich auch einen Fahrer aus Ferraris Nachwuchssystem sichern. Ein solcher Schritt könnte die erste größere Verbindung nach Maranello schaffen und dem Projekt sportlich wie technisch eine neue Richtung geben.

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