© Broekema

Cadillac hält trotz F1-Fehlstart an Ambitionen fest

Anzeige

Cadillac hat die erste Hälfte seiner Debütsaison in der Formel 1 mit einem Doppel-Ausfall in Ungarn beendet, doch Teamchef Graeme Lowdon sieht die schwachen Resultate nicht als Abkehr vom langfristigen Plan, sondern als Beleg dafür, wie wichtig jetzt belastbare Grundlagen sind.

Nach 11 Rennwochenenden fällt die Zwischenbilanz sportlich ernüchternd aus. Kein Cadillac schaffte es bislang über Q1 hinaus, die beste ausgewiesene Startposition war Rang 17, und im Rennen steht als bestes Ergebnis nur ein 13. Platz. Der Doppelausfall beim Großen Preis von Ungarn verschärfte dieses Bild kurz vor der Sommerpause noch einmal.

Besonders die Zuverlässigkeit hat das neue Team ausgebremst. Über beide Autos hinweg kommt Cadillac auf neun Ausfälle in 22 Rennstarts, dazu gingen viele Teststunden verloren, weil Autos in der Garage feststanden. Für ein Team, das in diesem Jahr als elftes Team neu in die Formel 1 eingestiegen ist, ist genau dieser Bereich zu einem der größten Hemmnisse geworden.

Lowdon ordnet diese Probleme aber in den Maßstab des Projekts ein. Im Gespräch mit RacingNews365 verwies der Cadillac-Teamchef darauf, dass der Rennstall von null aufgebaut wurde und sich sofort mit langjährig etablierten Konkurrenten messen muss. In der Qualifikation in Ungarn habe Cadillac nur ein paar Zehntel hinter Williams gelegen, obwohl Williams auf deutlich mehr Erfahrung zurückgreifen kann.

Trotz der schwierigen ersten Saisonhälfte betont Lowdon, dass die Richtung des Projekts unverändert bleibt. Cadillac habe weiterhin "große Ambitionen" und sei "nicht nur hier, um das Feld aufzufüllen". Den Kern seiner Botschaft formulierte er mit einem Vergleich: "Man kann keine Kanone von einem Kanu abfeuern. Man muss Fundamente bauen. Man muss starke Fundamente bauen, und genau das tun wir im Moment."

Mit Blick auf die Sommerpause machte Lowdon klar, dass Cadillac den Rückschlag von Ungarn genau aufarbeiten muss. "Es ist offensichtlich, dass ein doppelter Ausfall nicht die Art und Weise ist, wie wir die erste Saisonhälfte beenden wollten, aber etwas Neues aufzubauen bringt immer Herausforderungen mit sich. Man vergisst schnell, wie jung unser Team ist", sagte er. Nun müsse Cadillac "genau verstehen, was im Rennen in Ungarn passiert ist" und sicherstellen, dass die aufgetretenen Probleme bis Zandvoort gelöst werden.

Dass Lowdon den sportlichen Stand nicht beschönigt, ändert nichts an seiner Linie für die kommenden Monate. Er sprach von "wichtigen Fortschritten" in vielen Bereichen und kündigte an, Cadillac werde nach der Pause "stärker zurückkehren und bereit sein, in Zandvoort wieder anzugreifen", womit die zweite Saisonhälfte vor allem zur nächsten Bewährungsprobe für den Aufbau des Teams wird.

Anzeige