© Eterna

Cadillac erklärt Bremsbrand, Zandvoort-Hilfe fraglich

Anzeige

Cadillac hat sein wiederkehrendes Bremsbrand-Problem auch mit neuen Teilen nicht in den Griff bekommen, und Valtteri Bottas sagt nach dem Grand Prix von Ungarn klar, woran es liegt: Die Bremsen werden zu heiß, Bauteile im System beginnen zu brennen, und am Ende verlor er auf der Inlap die Bremswirkung komplett.

Der Zwischenfall in Ungarn war für Cadillac besonders heikel, weil das Team eigens neue vordere Bremskanäle an den Hungaroring gebracht hatte, um genau dieses Problem einzudämmen. Stattdessen trat im Rennen erneut ein Bremsbrand auf. Bottas machte danach deutlich, dass der Ansatz nicht ausgereicht hat. „Die Bremsen werden einfach zu heiß, und dann kommt man an einen Punkt, an dem innen alles zu brennen beginnt“, sagte der Cadillac-Fahrer nach dem Rennen.

Damit beschrieb Bottas nicht nur die Folge, sondern auch den Mechanismus hinter dem wiederkehrenden Defekt. Wenn die Temperatur über die kritische Grenze steigt, wird das System im Inneren beschädigt, bis die Bremsen schließlich versagen. Genau das passierte bei ihm nach eigener Einschätzung auf der Auslaufrunde. Bottas sagte, er habe die Bremsen dort „komplett“ verloren, weil vermutlich die Bremsleitungen verbrannt seien. Deshalb habe er den Wagen an der Mauer zum Stillstand bringen müssen.

Für Cadillac ist das ein Rückschlag, weil der Ungarn-Einsatz der neuen Teile eigentlich ein Schritt zur Lösung sein sollte. Bottas sagte, die neue Front-Bremskanal-Lösung habe das Problem verhindern sollen, „aber klar ist, dass wir immer noch mehr Luftstrom für die Bremsen brauchen“. Der erneute Brand lieferte damit die deutlichste Bestätigung, dass die Überhitzung trotz des Updates nicht behoben wurde.

Das Muster zieht sich bereits durch die gesamte Saison 2026. Cadillac kämpft seit dem Beginn des Jahres mit immer wieder auftretenden Bremsbränden. Besonders sichtbar wurde das Problem in Österreich, wo beide Autos schon in den frühen Runden mit demselben Defekt ausfielen. Dass es nun trotz eines gezielten Updates in Ungarn wieder passierte, verschärft die Lage zusätzlich, weil das Team nicht nur ein Symptom sah, sondern einen weiteren Fehlversuch bei der Abhilfe.

Die Aussichten auf eine schnelle Lösung sind dazu begrenzt. Vor dem Grand Prix der Niederlande beginnt nun die vorgeschriebene 14-tägige Fabrikschließung in der Formel 1, und Bottas rechnet deshalb nicht mit einem großen Entwicklungsschub bis Zandvoort. „Ich glaube nicht, dass wir für Zandvoort irgendetwas haben werden“, sagte er. Er hoffe zwar auf eine Lösung für die Bremsen, „aber nichts leistungsbezogenes“.

Gerade dieser Zusatz ist für Cadillac entscheidend. Das Team muss seine nächsten Schritte offenbar weiter auf Schadensbegrenzung statt auf Performance ausrichten. Bottas stellte zugleich in Aussicht, dass irgendwann der Punkt kommen werde, an dem Cadillac sich „zu 100 Prozent auf nächstes Jahr“ konzentriert. Wenn das Bremsproblem bis dahin nicht entschärft wird, droht aus einem wiederkehrenden Technikdefekt ein Problem zu werden, das nicht nur einzelne Rennen kostet, sondern auch die Entwicklung des restlichen Jahres bestimmt.

Anzeige