Otmar Szafnauer hat mit einer scharfen Gegenüberstellung von Max Verstappen und Lewis Hamilton eine neue Debatte über Auftreten und Prioritäten im Formel-1-Paddock angestoßen. Der frühere Teamchef von Aston Martin und Alpine sagte im Podcast High Performance, Verstappen sei "immer der Erste" an der Strecke, während Hamilton erst komme, wenn die Fotografen bereitstünden, um seine Modeauftritte in Szene zu setzen.
Szafnauer machte den Unterschied an der Ankunft der beiden Fahrer fest. "Wer ist als Erster an der Strecke? Max Verstappen", sagte Otmar Szafnauer, ehemaliger Teamchef von Aston Martin und Alpine, im Podcast High Performance. "Er ist immer der Erste. Lewis hingegen kommt erst, wenn alle Fotografen da sind, damit er seine extravaganten Klamotten anziehen und fotografiert werden kann."
Damit zielte Szafnauer nicht nur auf Hamiltons bekannte Paddock-Inszenierung, sondern auch auf eine grundsätzliche Frage, wie sich Spitzenfahrer im Umfeld eines Grand-Prix-Wochenendes präsentieren. Nach seiner Darstellung nutzt Verstappen das Fahrerlager funktional und ohne Blick auf die Kameras, während Hamilton den Ort bewusst auch als Bühne für sein öffentliches Image einsetzt.
Gerade deshalb traf die Kritik einen Bereich, für den Hamilton seit Jahren besonders sichtbar ist. Neben seiner Karriere im Motorsport hat er sich auch jenseits der Strecke ein Profil aufgebaut, das weit über das reine Renngeschehen hinausreicht und Felder wie Mode, Musik und Film einschließt. Szafnauer stellte nun genau diese Seite ins Zentrum seiner Kritik und legte damit den Akzent weg von sportlichen Ergebnissen hin zur Frage, wie viel Selbstdarstellung im Paddock angemessen ist.
Widerspruch bekam er im Gespräch von Moderator Jake Humphrey, der Hamiltons Stil verteidigte und meinte, der Brite wage es eben, aufzufallen. Szafnauer rückte daraufhin nicht von seiner Linie ab. Statt seine Aussagen abzuschwächen, bekräftigte er den Kontrast und machte deutlich, dass er Mode und Sport stärker voneinander getrennt sehen würde.
"Er kann den Look tragen, ich nicht", sagte Szafnauer. "Ich glaube, die Mode hat bei Kim Kardashian ohne Zweifel geholfen." Auch dieser Nachsatz zeigte, dass er Hamiltons öffentliches Auftreten nicht als beiläufiges Detail betrachtet, sondern als festen Teil der Art, wie der Fahrer wahrgenommen wird.
Für die Formel 1 ist die Aussage deshalb mehr als nur ein Seitenhieb unter prominenten Namen. Sie rückt zwei sehr unterschiedliche Formen von Präsenz im Paddock gegeneinander: auf der einen Seite die von Szafnauer gelobte frühe, arbeitsorientierte Ankunft Verstappens, auf der anderen Hamiltons imagebewussten Auftritt, der seit Jahren ein fester Bestandteil seines Profils ist. Genau diese Gegenüberstellung dürfte die Diskussion darüber weiter anheizen, ob Sichtbarkeit neben der Strecke heute zur modernen Fahrerrolle gehört oder ob sie vom sportlichen Kern ablenkt.
© Eterna