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BYD bremst F1-Gerüchte deutlich aus

BYD hat die zuletzt lauter gewordenen Spekulationen über einen Formel-1-Einstieg deutlich abgekühlt und beim Goodwood Festival of Speed klargestellt, dass es derzeit kein Projekt gibt und ein möglicher Schritt ohnehin nur bei einer technologisch passenden Zukunft der Serie infrage käme.

Die bisher klarste öffentliche Absage kam von Stella Li, Executive Vice President von BYD, im Gespräch in Goodwood. „Nein, nein, es gibt kein Projekt. Ich habe gesagt, dass es kein Projekt im Kopf gibt. Der Traum ist immer da, aber wir hatten keine konkrete Agenda“, sagte sie. Damit widersprach BYD direkt den Gerüchten der vergangenen Monate, die den Konzern mit einem möglichen 12. Team in Verbindung gebracht hatten.

Alfredo Altavilla, Sonderberater von BYD, machte zugleich deutlich, unter welcher Bedingung das Thema überhaupt relevant werden könnte. „Wir würden niemals nur deshalb an der Formel 1 teilnehmen, um einen Aufkleber auf die Seite eines Autos zu kleben. Es gibt bessere Wege, dieses Geld zu investieren“, sagte er. BYD denke nur dann über die Formel 1 nach, wenn die eigene Technologie den Zielen der Serie dienen könne.

Genau deshalb ist für den Hersteller die Debatte über die Zeit nach 2030 entscheidend. In der Formel 1 wird bereits über die künftige Motorenrichtung nach den 2026er Regeln gesprochen. Im Fahrerlager ist dabei unter anderem ein möglicher Wechsel zu V8-Motoren mit nachhaltigen Kraftstoffen und weniger Hybridanteil diskutiert worden. Für BYD ist das ein zentraler Punkt, weil die technologische Position des Unternehmens auf Elektrifizierung basiert, unter anderem mit der Blade-Batterie und effizienten Plug-in-Hybrid-Systemen.

Altavilla sagte auch, BYD beteilige sich nicht an der Diskussion über die 2030er Regeln, beobachte die Entwicklung aber genau. „Wenn wir einen Weg finden, technologische Partner der Formel 1 zu sein, könnten wir interessiert sein“, sagte er. Eine mögliche Beteiligung wäre damit keine Marketingübung, sondern müsste einen echten technischen Nutzen haben, der auch für Serienfahrzeuge relevant wäre.

Zu den Spekulationen hatte auch gehört, dass Christian Horner mit einem möglichen BYD-gestützten Projekt verbunden sein könnte. Der frühere Red-Bull-Teamchef wies dieses Szenario in Silverstone jedoch zurück und nannte es „alles Spekulation“. Er ergänzte: „Man sollte Gerüchten nicht glauben.“

Damit ist BYDs Position vorerst eindeutig: Der Traum von der Formel 1 mag bestehen, ein konkretes Programm gibt es nicht. Wenn sich das ändert, wird das vor allem davon abhängen, ob die Regeln nach 2030 eine Rolle zulassen, die zu BYDs Technologiestrategie passt.