Valtteri Bottas sagt, dass ihm der Wechsel zu Cadillac erstmals in seiner Formel-1-Karriere echte Mitsprache bei der Auslegung des Autos gibt und er damit den Aufbau des neuen Teams direkt mitprägen kann.
Im Gespräch mit Sky Sports F1 erklärte Bottas, dass er in seinen bisherigen Stationen bei Williams, Mercedes und Sauber nie an solchen Details beteiligt gewesen sei. „Ich war noch nie daran beteiligt, ein Lenkrad-Layout zu entwerfen oder die genauen Knöpfe am Lenkrad auszuwählen“, sagte er. Bei Cadillac gehe das nun sogar bis zur Wahl des Lenkungsverhältnisses: „Zum Beispiel kann ich mein ganz eigenes gewünschtes Lenkungsverhältnis festlegen.“
Für Bottas liegt genau darin der Reiz eines komplett neuen Projekts. Wenn ein Team bei null beginne, sei es nicht durch alte Gewohnheiten oder bestehende Teile eingeschränkt. „Es gibt so viel mehr, was man tun kann, wenn man als neues Team startet, wenn man keine Gewohnheiten oder Teile aus der Vergangenheit mitschleppt“, sagte Bottas. „Man kann wirklich daran beteiligt sein, alles im Auto zu gestalten, und das ist supercool.“
Diese Freiheit ist für Cadillac sportlich relevant, weil der Rennstall 2026 nicht nur ein neues Auto auf die Strecke bringen, sondern gleichzeitig tragfähige Abläufe aufbauen muss. Bottas hat zwei seiner ersten drei Rennen im Ziel beendet, Teamkollege Sergio Perez alle drei. Dass beide Autos in China und Japan die Zielflagge sahen, wertet Bottas angesichts von Zuverlässigkeitsproblemen auch bei etablierten Teams als wichtige Basis.
Er sieht dabei die Erfahrung der Fahrer als Vorteil für die frühe Entwicklung des Teams. Bottas sagte, er und Perez hätten in der Formel 1 „viel gesehen“, sowohl funktionierende Strukturen als auch Dinge, „die nicht ganz funktionieren“. Daraus leite sich ein klares Verständnis ab, was ein Team und ein Auto brauchen, um auf hohem Niveau zu arbeiten.
Entscheidend sei für beide die Herangehensweise. „Ich denke, dass wir beide definitiv das Team vor uns selbst stellen“, sagte Bottas. Das solle Cadillac helfen, sich schneller zu verbessern.
Seine zusätzliche Motivation führt Bottas auch auf die Zeit ohne Stammcockpit zurück. Nach seiner Saison 2025 als Mercedes-Reservist habe die Pause „einen großen Unterschied“ gemacht. Er schätze es heute stärker, Teil des Sports zu sein, vor allem den Rennsonntag mit der Vorbereitung, dem Einsteigen ins Auto, dem Startgitter und der Nationalhymne. Diese neue Wertschätzung, so Bottas, könne ihm in den kommenden Jahren helfen.
© Jonathan Borba