Gabriel Bortoleto ist nach dem Miami-Sprint disqualifiziert worden, nachdem die FIA bei den Standardkontrollen einen zu hohen Motor-Lufteinlassdruck an seinem Audi festgestellt hatte.
Der Brasilianer hatte das 100-Kilometer-Rennen über 19 Runden zunächst als Elfter beendet, verlor seinen Platz aber nachträglich am Grünen Tisch. Laut FIA überschritt der Druck im Ansaugsystem das nach Artikel C5.3.2 der Technischen Regeln erlaubte Maximum von 4,8 barA.
FIA-Formel-1-Technikdelegierter Jo Bauer meldete den Fall an die Stewards weiter. Im Entscheidungsdokument wird die Regel klar zitiert: „Engine intake air pressure must be less than 4.8 barA at all times.“ Die Luft werde dabei von zwei durch die FIA zugelassenen und versiegelten Messgeräten erfasst, durch die die gesamte für die Verbrennung bestimmte Luft strömen müsse.
Die Stewards hörten die Vertreter von Auto 5 an, die den Befund laut Dokument anerkannten. Als mildernden Umstand erklärte das Team, das Problem sei über eine Runde aufgetreten, nachdem die Temperaturen stärker als erwartet angestiegen seien. „As soon as that became apparent, they took steps to bring the pressure back in line with the regulations“, heißt es in der Entscheidung. Die Stewards hielten aber fest, dass das Auto den Vorschriften „at all times“ entsprechen müsse. Deshalb sei bei diesem technischen Verstoß „the usual penalty of a disqualification of Car 5 from the Sprint classification“ angewendet worden.
Damit wurde aus einem ohnehin enttäuschenden Sprint ein Komplettausfall für Audi. Nico Hülkenberg war bereits auf dem Weg in die Startaufstellung ausgefallen, nachdem an seinem Auto zunächst Rauch und dann Flammen aus dem Heck aufgestiegen waren. Der Deutsche konnte das Rennen gar nicht erst aufnehmen.
Bortolettos Ausschluss änderte auch die Reihenfolge hinter den Punkterängen. Esteban Ocon, Oliver Bearman und Carlos Sainz rückten jeweils um eine Position nach vorne. An der Spitze blieb das Ergebnis unverändert: Lando Norris gewann vor Oscar Piastri und Charles Leclerc.
Für Audi bleibt damit von der Sprint-Wertung in Miami nichts übrig: ein Nichtstart auf der einen Seite der Garage und eine Disqualifikation auf der anderen.
© Jonathan Borba