© Eterna

Binotto sieht Audi-Gerüchte als Glaubwürdigkeitsbeweis

Anzeige

Mattia Binotto wertet die jüngsten Fahrermarkt-Gerüchte um Audi nicht als Gefahr für seine aktuelle Besetzung, sondern als Beleg dafür, dass das Formel-1-Projekt des Herstellers inzwischen als glaubwürdig und künftig konkurrenzfähig wahrgenommen wird.

Der Audi-Teamchef sagte im exklusiven Interview mit RacingNews365, die Verbindungen zu Namen wie Carlos Sainz und Oscar Piastri seien in dieser Hinsicht sogar ein positives Signal. „Die Tatsache, dass andere Fahrer mit unserem Team in Verbindung gebracht werden, kann mich nur sehr freuen, weil sie zeigt, dass die Glaubwürdigkeit unseres Projekts wächst“, sagte Binotto. „Es zeigt, dass die Wahrnehmung von außen, dass wir eines Tages konkurrenzfähig sein können, kein Gerücht mehr ist, sondern eine Tatsache.“

Binotto stellte zugleich klar, dass er keinen Anlass sieht, an seiner aktuellen Fahrerpaarung zu rütteln. Mit Blick auf Sainz, der 2024 nach seinem Ferrari-Aus ernsthafte Gespräche mit dem Team geführt hatte, sagte er: „Carlos ist sicherlich jemand, den ich sehr gut kenne, und es ist irgendwie einfach und naheliegend, ihn mit Audi in Verbindung zu bringen, aber ich kann nur sagen, dass ich mit dem Line-up, das wir haben, sehr zufrieden bin.“

Diese Haltung begründete er vor allem mit der Einschätzung seiner beiden aktuellen Fahrer. Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg würden aus seiner Sicht zu oft als klassische Mischung aus Jugend und Erfahrung beschrieben. „Wenn über Gabriel und Nico gesprochen wird, höre ich oft, dass es eine gute Mischung aus Erfahrung auf der einen und einem jungen Fahrer auf der anderen Seite ist“, sagte Binotto. „Ich würde sie anders beurteilen. Es sind zwei sehr schnelle Fahrer, und ich bin glücklich, weil sie beide schnell sind, also haben wir ein gutes Line-up.“

Dass Audi überhaupt häufiger als ernsthafte Option im Fahrerlager genannt wird, hängt auch mit den ersten sportlichen Fortschritten zusammen. In den ersten elf Rennen seit der Übernahme von Sauber für die Saison 2026 sammelte das Team Punkte in Australien, Großbritannien, Belgien und Ungarn. Dazu kamen sechs elfte Plätze, die weitere Zähler nur knapp verpassten.

Vor der Sommerpause ist Audi damit an Williams vorbeigezogen und auf Rang acht der Konstrukteurswertung geklettert. Genau dieser Aufwärtstrend verleiht den Gerüchten um Sainz, Piastri und andere Namen ihre eigentliche Bedeutung: Sie zeigen, dass Audi im Fahrermarkt nicht mehr nur als langfristiges Projekt gesehen wird, sondern bereits als Team, dem in der Formel 1 ein echter nächster Schritt zugetraut wird.

Anzeige