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Ben Sulayem will FIA-Amtszeit unbegrenzt machen

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem will am 26. Juni bei der Generalversammlung in Macau eine Regeländerung vorlegen, die die bisherige Begrenzung auf drei Amtszeiten an der Spitze des Weltverbands abschaffen würde. Damit könnte er sich über die aktuelle Obergrenze hinaus unbegrenzt zur Wiederwahl stellen, solange die Altersgrenze dies zulässt.

Nach der derzeitigen FIA-Verfassung dauert eine Präsidentschaft jeweils vier Jahre und ist auf drei aufeinanderfolgende Amtszeiten begrenzt, also auf insgesamt zwölf Jahre. Ben Sulayem, der das Amt im Dezember 2021 übernahm und 2025 wiedergewählt wurde, dürfte nach den aktuellen Regeln ohnehin noch für ein drittes Mandat kandidieren. Brisant wird der Vorstoß trotzdem, weil er die Begrenzung grundsätzlich beseitigen würde und damit seine Machtbasis langfristig absichern könnte.

Besonders umstritten ist, dass das geplante Änderungspaket laut BBC den Weg für künftige Herausforderer zugleich erschweren würde. Präsidentschaftskandidaten müssten demnach eine „ausreichende Erfahrung“ in FIA-Mitgliedsorganisationen oder FIA-Gremien nachweisen. Dazu soll die Frist für die Einreichung einer Liste der Vizepräsidenten von 49 auf 100 Tage vor der Wahl vorgezogen werden.

Die Kritik daran speist sich auch aus der jüngsten Wahl. Bei der FIA-Präsidentschaftswahl 2025 konnten Tim Mayer und weitere mögliche Gegenkandidaten ihre Kampagnen nicht formell abschließen, weil die Regeln verlangten, dass ein Kandidat Vizepräsidenten aus allen sechs Weltregionen benennt. Laut BBC war die einzige verfügbare Kandidatin aus Südamerika, Fabiana Ecclestone, bereits Teil von Ben Sulayems Lager, womit eine ernsthafte Herausforderung faktisch blockiert war.

Tim Mayer wandte sich in von der BBC zitierten Aussagen klar gegen die Abschaffung der Amtszeitbegrenzung. „Amtszeitbegrenzungen sind nicht nur ein bürokratisches Detail“, sagte der frühere Herausforderer. Sie seien „ein äußerst wichtiger Governance-Schutzmechanismus, der Machtkonzentration verhindern, Führungswechsel fördern und die Rechenschaftspflicht gegenüber denjenigen sichern soll, denen die Organisation dienen soll“.

Die FIA erklärte gegenüber der BBC, es sei ein Vorschlag eingereicht worden, um einen einheitlichen Ansatz für Amtszeiten in den FIA-Gremien zu schaffen, ähnlich wie es ihn bereits im Weltrat und im Senat gebe. Die Änderung müsse noch vom Weltrat und von der Generalversammlung gebilligt werden, die FIA-Gremien behielten aber die volle Befugnis, ihre Amtsträger demokratisch zu wählen.

Trotz der absehbaren Debatte gilt der Vorschlag als aussichtsreich, auch weil Ben Sulayem bei vielen FIA-Mitgliedsverbänden, vor allem kleineren Föderationen, Rückhalt haben soll. Sollte die Generalversammlung zustimmen, würde das die Fragen an die Führung und die Wahlmechanismen des Verbands weiter verschärfen, nachdem Ben Sulayems Amtszeit bereits durch Streit mit Formel-1-Akteuren, Auseinandersetzungen über harte Strafen für Fluchen und grundsätzliche Kritik an Transparenz und Governance geprägt war.