© fuji.tim

Bearman auf Red-Bull-Radar wegen Ferrari-Sackgasse

Red Bull beobachtet Oliver Bearman laut Sky F1 inzwischen sehr genau, und genau das macht den Haas-Piloten plötzlich zu einer realistischen Personalie für 2027. Sky-F1-Kommentator David Croft sagte am Silverstone-Wochenende, Red Bull halte bei Bearman „very close tabs“ und der 21-Jährige könnte, falls sich kein Weg zu Ferrari öffne, „a very good option for Red Bull and for Ollie“ sein.

Das Interesse wirkt nicht zufällig. Croft verwies bei Sky F1 auf die Verbindung zwischen Bearman und Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies. Mekies sei „the man that signed Ollie Bearman to the Ferrari Academy“, sagte Croft. Damit rückt nicht nur Bearmans Talent in den Vordergrund, sondern auch eine bestehende Beziehung zu einem Schlüsselfigur bei Red Bull.

Die neue Dynamik hängt eng mit Max Verstappens unklarer Zukunft zusammen. Nach dem Grand Prix von Großbritannien nahmen die Spekulationen über einen möglichen Abschied des Weltmeisters von Red Bull weiter zu, besonders mit Blick auf McLaren. In diesem Umfeld schaut sich Red Bull offenbar nach möglichen Optionen um, und Bearman ist dabei auf dem Radar gelandet.

Für Bearman ist das auch deshalb relevant, weil sein bisher naheliegendster Weg nach oben komplizierter geworden ist. Charles Leclerc ist langfristig an Ferrari gebunden, und Lewis Hamiltons starkes Formhoch hat die Aussicht auf einen bald freien Platz im Werksteam weiter geschmälert. Martin Brundle brachte das bei Sky F1 auf den Punkt: „His route to the works Ferrari team has been cut off.“ Zugleich lobte er Bearmans Leistungen, sagte, er fahre „beautifully“, und ergänzte, der Brite „might have to find a Plan B“.

Bearman selbst begegnet den Spekulationen betont gelassen. Gegenüber der Press Association sagte er: „There’s no dates that I need to be doing X, I don’t really care about that.“ Wichtiger sei für ihn der größere Vertragszyklus im Feld: „I think the end of this year is important because a lot of people are having their contracts ending, so I think everyone wanted to see how the pecking order was in 2026 and that will then determine what 2027 looks like.“ Die Entscheidung darüber liege nicht bei ihm: „For me it’s not my job. I drive the car. There’s people taking care of that for me.“

Genau darin liegt der Kern der Geschichte: Bearman war lange vor allem als Ferrari-Projekt betrachtet worden, doch der blockierte Weg nach Maranello und die Unruhe um Verstappen öffnen plötzlich eine zweite Tür. Sollte sich Red Bulls Fahrermarkt für 2027 tatsächlich bewegen, ist Bearman nicht mehr nur ein Name für die Zukunft, sondern eine glaubhafte Option für einen Topwechsel.