Bahrain wird die Formel-1-Saison 2027 nach übereinstimmenden Berichten voraussichtlich am 14. März eröffnen, während der Große Preis von Australien trotz seines vertraglich abgesicherten Sonderstatus wohl auf die dritte Runde am 4. April rückt.
Der wahrscheinliche Wechsel an die Kalenderspitze ergibt sich aus einer Kombination aus Vertragsklauseln, Logistik und dem Ramadan-Termin. Der Fastenmonat endet 2027 laut den vorliegenden Berichten am 7. oder 8. März und macht damit einen Saisonauftakt in Sakhir eine Woche später möglich. Bahrain gilt dabei auch deshalb als naheliegender Startpunkt, weil sich das Rennen gut an die Vorsaisontests im Golf anschließen lässt.
Für Melbourne wäre das kein Verlust des geschützten Spitzenplatzes im Kalender, sondern eher eine Verschiebung innerhalb der vereinbarten Grenzen. Die Australian Grand Prix Corporation hatte sich mit der 2022 verlängerten Vereinbarung bis 2037 mindestens fünf Saisonauftakte gesichert. Zwei dieser Termine sind den Berichten zufolge bereits 2025 und 2026 genutzt worden. Gleichzeitig schreibt der Vertrag vor, dass Albert Park eines der ersten drei Rennen des Jahres ausrichten muss.
Genau darauf deutet die derzeit skizzierte Abfolge hin. Nach Bahrain am 14. März soll Saudi-Arabien am 21. März folgen. Danach wäre ein freies Wochenende vorgesehen, ehe die Formel 1 am 4. April in Melbourne startet. Anschließend würde die Serie mit China am 11. April und Japan am 25. April durch Asien ziehen.
Sportlich und organisatorisch würde die Formel 1 damit zu einem Muster zurückkehren, das schon vor den jüngsten Ramadan-Verschiebungen als naheliegend galt. Bahrain war bis 2024 mehrfach der logische Saisonauftakt, auch wegen der Testfahrten in der Region. Australien eröffnete die vergangenen beiden Saisons vor allem als Folge der Ramadan-Terminlage und der vertraglichen Absicherung Melbournes.
Offiziell ist der Kalender für 2027 noch nicht bestätigt. Dass die Debatte jetzt Fahrt aufnimmt, hängt auch mit der Rückkehr des Türkei-GP zusammen, die ab 2027 mit einem Fünfjahresvertrag bestätigt wurde. Damit sind nach den Berichten alle 24 verfügbaren Plätze im Kalender gebunden. Eine sofortige Veröffentlichung gilt dennoch nicht als sicher, nachdem der Kalender für 2026 erst im Juni bekanntgegeben wurde.
Für den Australien-GP ist der entscheidende Punkt deshalb nicht der Verlust von Einfluss, sondern die Art, wie dieser Vertrag nun angewendet wird: Melbourne dürfte 2027 zwar nicht Runde 1 bekommen, bleibt aber vertraglich im engsten Kreis der ersten Saisonrennen und behält damit seine starke Stellung im künftigen Formel-1-Kalender.
© Jonathan Borba