Aston Martin hat die in Montreal aufgekommenen Gerüchte um Jonathan Wheatley zurückgewiesen und klargestellt, dass ein Parkschild mit seinem Namen im Teamchef-Bereich des Circuit Gilles Villeneuve keine Verpflichtung bestätigte, sondern auf einen Druckfehler des Promoters des Kanada-Grand-Prix zurückging.
Ausgelöst wurde die Aufregung am Donnerstag durch ein in den sozialen Medien verbreitetes Foto von F1-Fotograf Kym Illman. Das Bild zeigte im abgesperrten Parkplatz für Teamchefs einen reservierten Stellplatz für Jonathan Wheatley, versehen mit der Zuordnung zu Aston Martin. Gerade weil dieser Bereich im Fahrerlager normalerweise streng organisiert ist, wurde das Schild sofort als möglicher Hinweis auf eine personelle Entscheidung gewertet.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, denn Wheatleys Name war im Paddock ohnehin bereits Gegenstand von Spekulationen. Der 59-Jährige ist seit seinem überraschenden Abschied vom Audi-F1-Projekt im März ohne Team. Dass er kurz darauf in einem derart sensiblen Bereich mit Aston Martin in Verbindung gebracht wurde, verlieh dem Vorfall sofort deutlich mehr Gewicht als einem gewöhnlichen Organisationsfehler.
Aston Martin verwies in seiner offiziellen Stellungnahme auf die Erklärung des Veranstalters. Der GP-Kanada-Promoter teilte mit: „Wir sind uns des Druckfehlers bewusst, der gestern aufgetreten ist. Das Problem wurde umgehend behoben. Wir entschuldigen uns aufrichtig für jegliche Verwirrung, die dadurch entstanden sein könnte.“ Damit war die zentrale Frage des Morgens im Fahrerlager zwar beantwortet, die Geschichte hatte zu diesem Zeitpunkt aber bereits so viel Fahrt aufgenommen, dass eine öffentliche Klarstellung nötig wurde.
Der Fall zeigt, wie schnell sich in der Formel 1 aus einem scheinbar kleinen Detail ein größerer Personalwirbel entwickeln kann. Ein Schild in einem reservierten Bereich gilt nicht als belanglose Randnotiz, weil solche Zonen üblicherweise nur mit vorab bestätigten Informationen beschriftet werden. Genau deshalb wirkte die Verbindung zwischen Wheatley und Aston Martin für viele im ersten Moment plausibel und nicht wie ein bloßes Missverständnis.
Hinzu kam, dass Wheatleys Zukunft seit seinem Audi-Aus offen ist. Sein Abgang dort kam unerwartet, und seitdem ist keine neue Aufgabe offiziell bestätigt worden. Diese Ausgangslage machte den Montreal-Zwischenfall im Fahrerlager besonders empfänglich für Spekulationen, obwohl es nach den vorliegenden Informationen weiterhin keine unterschriebene Vereinbarung mit Aston Martin gibt.
Für Aston Martin war die schnelle Einordnung deshalb wichtig, weil aus einem organisatorischen Fehler rasch die Erzählung eines bereits feststehenden Teamchef-Wechsels geworden war. Das Team musste nicht nur ein Bild korrigieren, sondern auch den Eindruck, dass in Montreal versehentlich eine Personalentscheidung sichtbar geworden sei.
Mit der Erklärung des Promoters ist der Vorfall nun als simpler Druckfehler eingeordnet. Für Wheatleys Zukunft hat sich damit öffentlich nichts geändert: Der Name sorgte in Montreal zwar kurz für Aufsehen, eine bestätigte Entwicklung in Richtung Aston Martin gibt es aber weiterhin nicht.
© Jonathan Borba