Andrea Stella hat die Spekulationen um Max Verstappen und Red Bulls Krise nach Silverstone genutzt, um den Fokus klar auf McLarens eigene Probleme zu lenken: Der Teamchef sagte, sein Team habe „genug zu tun“, müsse „eine halbe Sekunde“ finden und zugleich Zuverlässigkeits- sowie operative Schwächen beheben.
Gefragt wurde Stella nach dem Großen Preis von Großbritannien, wie er an Laurent Mekies’ Stelle mit der Lage bei Red Bull umgehen würde, während Verstappen weiter mit McLaren für 2027 in Verbindung gebracht wird. Stella wich einer Bewertung des Rivalen aus und sagte gegenüber Medien, darunter RacingNews365: „Wenn Sie meinen, ob ich Laurent wäre? Wissen Sie was? Ich habe bei McLaren genug zu tun, um so schnell wie möglich eine halbe Sekunde zu finden.“
Damit benannte Stella direkt das größere Thema für McLaren: Der Titelverteidiger ist 2026 weit von der Form des Vorjahres entfernt. Nachdem McLaren im vergangenen Jahr beide WM-Titel gewonnen hatte, hat das Team in dieser Saison noch keinen Grand Prix gewonnen. Das bisherige Highlight blieb ein Doppelsieg im Sprint von Miami, dazu kommen bislang nur vier Podestplätze in Grand Prix. In den vergangenen Rennwochenenden wirkte der Trend eher rückläufig, während Mercedes und Ferrari stärker aussahen.
Stella machte deutlich, dass es nicht nur um reine Pace geht. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir auch aus Sicht der Zuverlässigkeit keinen guten Saisonstart hatten“, sagte er. Die Probleme beträfen „den Bereich der Power Unit“, aber ebenso „den Bereich des Chassis“.
Als konkretes Beispiel für McLarens eigene Defizite verwies er auf Silverstone. „Noch heute sage ich aus operativer Sicht, dass wir Oscar Piastri eine Runde früher hätten hereinholen sollen, und wir hätten etwas Rennzeit gespart“, sagte Stella. Gerade dieser Verweis unterstrich seine Kernaussage: Für McLaren gibt es intern genug Baustellen, ohne sich mit Red Bulls Führungsfragen zu befassen.
Der Kontext für die Frage war dennoch brisant. Verstappen liegt nach neun Rennen nur auf Rang sieben der Fahrerwertung und hat offiziell noch einen Vertrag bis Ende 2028. Laut den vorliegenden Berichten enthält dieser jedoch eine Leistungsklausel, die einen Abgang ermöglichen könnte, falls er in der Sommerpause nicht mindestens Zweiter der WM ist. Aktuell fehlen ihm 78 Punkte auf George Russell auf Platz zwei, bei nur noch 50 zu vergebenen Punkten vor der August-Pause.
Stella vermied es zwar, Red Bull Ratschläge zu geben, stärkte Mekies aber demonstrativ den Rücken. Andrea Stella, McLaren-Teamchef, nannte ihn „sehr fähig, sehr intelligent, sehr kompetent“ und sagte, er sei sicher, dass Mekies „alles tun wird, was notwendig ist“. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass McLaren und Red Bull zusammen mit Mercedes und Ferrari die zweite Saisonhälfte zu einem engeren sportlichen Kampf machen können.
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