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Alpine sucht Gasly-Antworten vor Kanada-Test

Alpine reist nach Montréal mit dem Versuch, den Miami-Durchbruch zu bestätigen, und mit einer offenen Aufgabe auf Pierre Gaslys Seite: Teamchef Steve Nielsen sagt, der Rennstall habe nach dem schwachen Wochenende des Franzosen „einige Ideen und Belege“ gefunden, warum er sich im Auto plötzlich unwohl fühlte, während Franco Colapinto das bislang stärkste Ergebnis der Saison einfuhr.

Miami war für Alpine der bislang klarste Fortschrittsnachweis 2026. Colapinto qualifizierte sich sowohl für den Sprint als auch für den Grand Prix auf Rang acht und holte am Sonntag mit Platz sieben sein bestes Formel-1-Ergebnis. Gasly steuerte mit Rang acht im Sprint einen weiteren Punkt bei, sodass Alpine mit Zählern aus beiden Autos abreiste.

Gerade deshalb richtet sich der Blick vor dem Kanada-Wochenende stark auf Gasly. Nach einem Saisonstart, in dem er teamintern meist die Oberhand gehabt hatte, kam er in Miami nicht auf das Niveau seines Teamkollegen. „Ich habe mich im Auto in Miami nicht völlig wohlgefühlt, also haben wir uns Zeit genommen, um zu verstehen, warum“, sagte Pierre Gasly. „Ich denke, wir haben einige Antworten und einige Richtungen für Kanada.“ Das Ziel sei, den positiven Trend des Teams aufrechtzuerhalten und im Sprint wie im Grand Prix so viele Punkte wie möglich zu holen.

Nielsen sagte, Alpine habe „auf Pierres Seite etwas tiefer gegraben“, um zu verstehen, warum der Franzose „über das ganze Wochenende nicht glücklich im Auto“ gewesen sei. Der Managing Director ergänzte, das Team habe „einige Ideen und Belege dafür, was passiert ist“, und hoffe, dass „beide Autos in Kanada wieder vorne dabei sind und Punkte holen“, während die Formel 1 in eine sehr dichte Phase des Kalenders geht.

Der Auftritt in Florida gab Alpine zugleich Rückendeckung für das aktuelle Paket. Nielsen sagte, Miami habe bestätigt, dass das Auto „wettbewerbsfähig ist und auf verschiedenen Strecken solide Punkte holen kann“, obwohl das Team dort nur mit kleineren Änderungen antrat und in Montréal ähnlich verfahren will. Gleichzeitig machte er klar, dass Alpine nicht davon ausgeht, dass sich die Reihenfolge von Strecke zu Strecke einfach kopieren lässt.

Das verleiht dem Kanada-Wochenende zusätzliches Gewicht. Alpine kam 2025 noch als Letzter der Konstrukteurswertung ins Ziel, steht nach vier Rennen 2026 aber auf Rang fünf und hat mit 23 Punkten bereits mehr gesammelt als in der gesamten Vorsaison mit 22. Nielsen sprach von einem „klaren Schritt“ nach vorn und betonte, dass die jüngsten Ergebnisse nicht nur intern, sondern auch für das Umfeld des Teams einen Schub bedeuten.

Für Montréal ist die Aufgabenstellung deshalb eindeutig: Colapinto soll das Niveau von Miami nun regelmäßig bestätigen. „Es war großartig zu sehen, wie wohl sich Franco in der letzten Runde gefühlt hat, und wir wollen jetzt, dass er Konstanz zeigt und dieses Leistungsniveau jedes Wochenende wiederholt“, sagte Nielsen. Wenn Gasly zugleich zu seiner Form aus den ersten Saisonrennen zurückfindet, kann Alpine den Aufschwung mit beiden Autos absichern und den Kampf um weitere Punkte auf Sprint-Niveau und über die Grand-Prix-Distanz fortsetzen.