Alpine hat den Großen Preis von Kanada mit seinem besten Gesamtergebnis der Saison 2026 abgeschlossen, doch Pierre Gasly machte nach Rang acht klar, dass das Resultat vor allem Schadensbegrenzung war. Mit Franco Colapinto auf Platz sechs und Gasly nach einer Aufholjagd von Startplatz 14 sammelte das Team in Montreal 12 Punkte.
Für Gasly war das Ergebnis trotz der Ausbeute ein Spiegel eines schwierigen Wochenendes. Der Alpine-Pilot sagte nach dem Rennen, es sei „ein Ergebnis zur Schadensbegrenzung“ gewesen, nachdem man sich nach einem komplizierten Wochenende noch in die Punkte gekämpft habe. Die vier Zähler nehme er deshalb gerne mit, auch weil es für das Team „starke Punkte für die Meisterschaft“ seien.
Flavio Briatore, Alpine-Teamdirektor, sprach in seinem Nachrennen-Statement von einer „guten Aufholjagd von P14 in der Startaufstellung“ und lobte die Umsetzung des Rennens. Alpine habe eine gute Strategie ausgeführt, die Fahrer hätten auf der Strecke einen exzellenten Job gemacht, sagte er. Nach einem schwierigen Freitag habe das Team an mehreren Punkten des Autos gearbeitet und das Wochenende so doch noch in ein positives Ergebnis gedreht.
Gasly verband seine Zufriedenheit über das Resultat allerdings direkt mit einer deutlichen Warnung. Er sagte, dass er „wieder mit dem Auto zu kämpfen“ gehabt habe und Alpine als Team verstehen müsse, warum das so sei, um „einige Bereiche zu verbessern“. Vor allem bei Traktion und Fahrzeugbalance sieht er weiter Schwächen. Laut Gasly ist das Problem in den Daten „seit Miami ziemlich klar“ zu erkennen. Er sprach von vielen Parametern, die in diesem Jahr die Balance des Autos beeinflussten, betonte aber auch, dass inzwischen klar sei, wo Alpine ansetzen müsse.
Das zeigte sich für ihn schon in der Anfangsphase des Rennens. Gasly sagte, der Start auf den Medium-Reifen sei schwierig gewesen, weil sie anfangs „ziemlich kalt“ gewesen seien und wenig Grip geboten hätten. Danach arbeitete er sich wieder nach vorn und hing in der Schlussphase hinter Liam Lawson fest. Dort habe er zwar um Positionen gekämpft, aber keinen Ort zum Überholen gefunden. Deshalb habe er sich am Ende mit Platz acht begnügen müssen.
Trotz dieser Einschränkungen war das Wochenende für Alpine sportlich wichtig. Die 12 Punkte aus Kanada vergrößerten laut Briatore den Vorsprung des Teams auf Rang fünf der Konstrukteurswertung. Gleichzeitig dämpfte er die Euphorie: Wenn Alpine seine Konkurrenzfähigkeit steigern wolle, liege noch viel Arbeit vor dem Team. Beide Fahrer meldeten weiterhin ähnliche Probleme mit dem Auto, womit der Auftrag vor Monaco trotz des Montreal-Ergebnisses klar umrissen ist.
© Jonathan Borba