Fernando Alonso warnt vor dem Belgien-Grand-Prix, dass Spa-Francorchamps unter den Formel-1-Regeln 2026 weite Teile der Runde ohne elektrische Unterstützung erzwingen könnte, während Max Verstappen das Ardennenrennen schon vorab als „another painful one“ bezeichnet hat.
Der Aston-Martin-Pilot Fernando Alonso sagte vor dem Silverstone-Wochenende, Silverstone und Spa seien „very thirsty on energy“. Seine Sorge zielt auf das Grundproblem der aktuellen Autos: lange Vollgaspassagen, aber zu wenige harte Bremszonen, um über die Runde genug Energie zurückzugewinnen. „If you deploy in Spa from Turn 1 [La Source] to 5 [Les Combes], it is finito for the rest of the lap“, sagte Alonso.
Damit wird ausgerechnet Spa, für viele Fahrer eine der ikonischsten Strecken im Kalender, zum nächsten Prüfstein für ein Reglement, das seit Saisonbeginn unter Beschuss steht. Alonso erklärte, bei optimaler Energienutzung gebe es in Spa „one minute, sector two, with no deployment at all“. Ohne diesen Einsatz elektrischer Leistung, sagte er, dürfe man nicht vergessen, „that this year we have significantly less power than last year and less power than F2. That is the case when you cut the deployment. So, yes, it is a challenge.“
Die Warnung knüpft direkt an Silverstone an, wo die Kritik an den 2026er Autos erneut aufflammte. Alonso sagte dort gegenüber PlanetF1.com und weiteren Medien, Überholmanöver würden inzwischen oft auf den Geraden per Batterieleistung entschieden. Im Sprint, so seine Kritik, gebe es „not any driver input or driver talent needed to overtake a car in front of you“. Wer das bessere Aggregat und mehr verfügbare Energie habe, müsse im Kern nur den Knopf drücken: „Just press one button and you overtake if you have a better power unit than the car in front.“
Verstappen schlug danach in die gleiche Kerbe und übertrug das Problem unmittelbar auf die kommenden Klassiker. Der Red-Bull-Fahrer sagte über Spa: „I love Spa, but Spa is going to be another painful one, just because of the energy, like here.“ An anderer Stelle machte er klar, dass er in Spa und Monza unter diesen Autos dieselben Schwierigkeiten erwartet. Gerade das trifft den Kern der aktuellen Debatte: Nicht irgendeine Strecke steht im Fokus, sondern einige der berühmtesten Vollgas-Kurse der Formel 1.
Für die Fahrer ist das mehr als nur ein Set-up-Thema. Wenn Energieverwaltung bestimmt, wo überhaupt noch Leistung verfügbar ist, verschiebt sich auch der Charakter des Rennfahrens. Genau das kritisieren Alonso und Verstappen seit Monaten: weniger Fahren am Limit in schnellen Kurven, weniger klassische Bremsduelle, mehr strategischer Umgang mit Batteriereserven.
Die FIA hat auf die anhaltende Kritik bereits reagiert, allerdings erst mit Blick auf 2027. Laut den Berichten soll die Abhängigkeit von elektrischer Leistung dann sinken, unter anderem mit einer Leistungsverteilung von 60 zu 40 zugunsten des Verbrennungsmotors, um das von den Fahrern kritisierte Superclipping zu verringern. Für 2026 ändert das nichts mehr. Spa wird damit zum nächsten prominenten Beispiel dafür, wie stark die aktuelle Formel 1 noch immer vom Batteriemanagement geprägt ist statt von der Fahrkunst, für die diese Strecke eigentlich steht.
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