Fernando Alonso hat vor dem Grand Prix von Österreich Aston Martins umstrittenen Entwicklungsplan verteidigt und zugleich offen seine Verwunderung über das Upgrade-Tempo der Konkurrenz unter der Budgetobergrenze ausgedrückt.
Der Spanier sagte, das Team habe bereits in Australien entschieden, aus Gründen der Kosteneffizienz auf kleine Zwischenschritte am AMR26 zu verzichten und stattdessen auf ein größeres Paket zu warten. Aus seiner Sicht wäre ein schrittweiser Gewinn ohnehin nicht genug: „Für uns macht es keinen Unterschied, drei oder vier Zehntel in ein paar Grands Prix zu bringen und trotzdem ganz hinten zu kämpfen. Wir brauchen etwas Größeres als das.“
Ganz ohne Frust formulierte Alonso das aber nicht. Auf die Frage nach der Entscheidung sagte er auch, dass er ihr zunächst nicht zugestimmt habe. „Aber offenbar gibt es kein Geld, um Upgrades zu bringen, unbegrenzte Upgrades, wie es die anderen Teams tun“, sagte Alonso. Mit Blick auf die am Freitag veröffentlichten FIA-Unterlagen über sichtbare Änderungen an den Autos ergänzte er: „Es ist überraschend, jede Woche die FIA-Seite zu sehen. Vielleicht haben sie die Gelddruckmaschine im minus eins der Fabrik.“
Trotz dieses Seitenhiebs stellte Alonso klar, dass er die Richtung des Teams nicht grundsätzlich infrage stellt. Aston Martin habe die ersten drei oder vier Saisonrennen gebraucht, um die Schwächen und Grenzen des AMR26 wirklich zu verstehen, Lösungen im Windkanal zu testen und gleichzeitig zu beobachten, welche Konzepte bei anderen Autos funktionierten. Dazu kamen frühe Rückschläge. Alonso sprach von einem „schlechten ersten Test“ in Bahrain und erinnerte an die Lage in Australien, als das Team damals nicht einmal sicher gewesen sei, das Rennen beenden zu können. Das sei die „unangenehme Wahrheit“ gewesen, die Aston Martin dort erkannt habe.
Mike Krack, Aston Martins Chief Trackside Officer, bestätigte, dass das Team bewusst einen anderen Weg geht als viele Rivalen. Faktisch habe Aston Martin akzeptiert, im direkten Entwicklungsrennen vorerst stehen zu bleiben, obwohl „es eine Tatsache ist, dass andere weitergezogen sind“. Krack verwies auf Adrian Newey als den Verantwortlichen für diese Linie. „Wir haben einen Anführer, der die Entscheidung getroffen hat, es auf diese Weise zu machen“, sagte Krack. „Wenn man sich als Team auf so eine Entscheidung festlegt, muss man sich auch dazu bekennen.“
Genau dieser Preis zeigt sich bislang in den Ergebnissen. Aston Martin hat in der Saison 2026 erst einen Punkt geholt, durch Alonso als Zehnter in Monaco, und bewegt sich bis zum Eintreffen des großen Aero-Pakets weiter am Ende des Feldes. Der erwartete größere Schritt könnte erst rund um Ungarn oder sogar erst in Zandvoort nach der Sommerpause kommen, womit Aston Martins Saisonrichtung vorerst von einer einzigen Frage abhängt: ob das Warten auf den einen großen Umbau den Rückstand tatsächlich verkleinert.
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