Fernando Alonso denkt trotz Aston Martins Fehlstart in die Formel-1-Saison 2026 nicht an ein Karriereende und hat klargestellt, dass er sich weiter konkurrenzfähig und motiviert fühlt. „Im Moment habe ich nicht das Gefühl, dass dieser Zeitpunkt gekommen ist“, sagte der Aston-Martin-Pilot beim Gran Premio Histórico de Mónaco auf Fragen zu seiner Zukunft.
Alonso verwies dabei auf seine lange Laufbahn und darauf, wie schwer ein Abschied für ihn wäre. „Ich liebe, was ich tue, ich liebe das Rennfahren; mein erstes Rennen bin ich mit drei Jahren gefahren ... und jetzt bin ich 44, also habe ich 41 Jahre meines Lebens am Steuer verbracht“, sagte er. „Ich glaube, der Moment, in dem ich mit dem Rennfahren aufhöre, wird eine sehr schwierige Entscheidung sein, und es wird mich viel kosten, sie zu akzeptieren. Die Zeit wird es sagen. Ich werde es spüren. Im Moment spüre ich nicht, dass dieser Moment gekommen ist. Ich fühle mich konkurrenzfähig, ich fühle mich motiviert. Ich bin glücklich, wenn ich fahre. Ich hoffe, dass es nicht meine letzte Saison ist.“
Gerade die sportliche Lage gibt dieser Aussage besonderes Gewicht. Aston Martin hat einen deutlich schlechteren Start in 2026 hingelegt als erwartet und konnte in den ersten drei Rennen nicht in der Spitzengruppe kämpfen. Der AMR26 leidet laut den vorliegenden Berichten unter einem dreifachen Problem: wiederkehrende Schwierigkeiten mit der Honda-Antriebseinheit, dazu Defizite bei Chassis und Aerodynamik.
Die Motorprobleme reichen von Vibrationen und Fehlzündungen bis zu Einsatzlimits, die sowohl die Leistung als auch eine konstante Weiterentwicklung beeinträchtigen. Gleichzeitig ist intern anerkannt worden, dass die Misere nicht nur am Motor liegt. Ein Teil der Probleme muss in Silverstone am Auto selbst gelöst werden.
Trotzdem hält Alonso an seiner Linie fest und arbeitet weiter mit dem Team an kurzfristigen und mittelfristigen Lösungen. Auch nach dem schwachen Beginn, in dem Aston Martin laut einem Bericht bislang nur einmal die Zielflagge gesehen hat, ist von Rückzug bei ihm keine Rede.
Pedro de la Rosa, Aston-Martin-Botschafter und langjähriger Vertrauter Alonsos, bestätigte, dass der Spanier unverändert motiviert sei. „Ich sehe ihn supermotiviert. Mit sehr viel Lust, und ich glaube, dass sein Privatleben seine Leistung auf der Strecke nie beeinflusst hat. Fernando lebt für und durch den Motorsport“, sagte de la Rosa.
De la Rosa machte zugleich deutlich, dass die Entscheidung über 2027 nicht sofort fallen soll. Alonso wolle seine Lage in der Sommerpause neu bewerten, wenn die Saison zur Halbzeit angekommen und die Situation „in jeder Hinsicht“ klarer sei. Aston Martin würde den zweimaligen Weltmeister nach de la Rosas Worten gern mindestens noch eine weitere Saison halten. „Das ist der Wunsch von allen. Aber am Ende wird es von ihm abhängen, von seinem Leben und davon, was er tun will. Wir müssen ihm das bestmögliche Auto geben, damit seine Entscheidung leichter wird“, sagte er.
Im Team richtet sich der Fokus aktuell darauf, die Vibrationen so weit wie möglich einzudämmen und vor allem die Zuverlässigkeit zu verbessern, damit beide Fahrer die Rennen ohne Probleme beenden können. De la Rosa sprach von einer soliden Zusammenarbeit mit Honda, obwohl weder der Hersteller noch das Team mit der aktuellen Position zufrieden seien. Aston Martin hoffe, das Problem schon „beim nächsten Rennen“ weiter einzugrenzen.
Damit bleibt Alonsos Zukunft eng an die Frage geknüpft, ob Aston Martin sein Projekt sportlich wieder auf Kurs bringt. Er selbst weist den Gedanken an ein unmittelbares Ende klar zurück, aber die Neubewertung im Sommer 2027 dürfte davon abhängen, ob das Team aus Motor-, Chassis- und Aerodynamikproblemen ein Auto machen kann, das seiner Motivation auch eine reale Perspektive gibt.
© Jonathan Borba