Aldo Costa sieht Aston Martins schwachen Start in die Saison 2026 vor allem als Führungs- und Integrationsproblem und nicht nur als Honda-Thema. Im Podcast Terruzzi Racconta sagte der frühere Technikchef von Ferrari und Mercedes, das Team habe einen schweren Fehler gemacht, als es Adrian Newey in das Projekt einband.
Costa begründete das mit den frühen Problemen der Aston-Martin-Honda-Kombination. Er sprach von zahlreichen Schwierigkeiten, darunter Vibrationen, Zuverlässigkeitsprobleme und Auffälligkeiten beim Motorverhalten. Gerade wegen der gewaltigen Investitionen, die rund um die Ambitionen von Lawrence Stroll getätigt wurden, wiegen diese Resultate aus seiner Sicht besonders schwer.
Am schärfsten fiel seine Kritik nach dem schwierigen Melbourne-Wochenende aus, als Newey öffentlich Honda verantwortlich machte. Costa sagte, er habe so etwas von Newey noch nie erlebt: „Ich sage es offen: Mir ist es vorher nie passiert, einen so unpassenden, so heftigen und öffentlichen Angriff von Newey gleich zu Beginn einer Meisterschaft gegen den eigenen Partner zu sehen.“ Dazu fügte er hinzu: „So etwas macht man einfach nicht.“
Für Costa war das kein isolierter Ausrutscher, sondern ein Hinweis auf tieferliegende Schwächen in der Teamführung. Besonders kritisch sah er Aston Martins Darstellung, man habe erst im November bei einer Japan-Reise erkannt, dass Honda nicht mit denselben Leuten wie im früheren Formel-1-Projekt arbeite und bei der Leistung im Rückstand sei. Costa reagierte darauf mit deutlichen Worten: „Wow. Was? Im November? Das hättet ihr viel früher wissen müssen.“
Damit verlagert sich seine Kritik von der Technik auf die Organisation. Nach Costas Ansicht muss eine Teamführung in schwierigen Phasen die eigene Gruppe nach außen schützen, statt öffentlich Schuld zuzuweisen. Er sagte, ein Chef dürfe nicht nach dem Muster handeln: Wenn wir gewinnen, ist es mein Verdienst, und wenn wir verlieren, ist es eure Schuld. Für ihn ist genau das das Gegenteil von guter Führung.
Zugleich machte Costa klar, dass seine Einwände nicht Neweys technische Fähigkeiten betreffen. Er beschrieb dessen größte Stärke als klar technisch, nicht organisatorisch, und argumentierte, Newey brauche ein starkes Umfeld und eine passende Struktur um sich herum, wie er sie bei Red Bull gehabt habe.
Genau daran sieht Costa bei Aston Martin das Kernproblem. Für ihn hat der Fall „einen Mangel an Management, einen Mangel an Führung“ offengelegt. Das sei umso heikler, weil das Team aus seiner Sicht sogar hinter dem eigenen Potenzial zurückbleibt. Während Cadillac noch nicht voll eingespielt sei, aber bereits „im Spiel“ auftauche, sei Aston Martin „schlechter als erwartet im Verhältnis zu dem Potenzial, das es hatte“.
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