© Jonathan Borba

Wolff stützt V8-Rückkehr, warnt vor Rückschritt

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat sich für eine Rückkehr der Formel 1 zu V8-Motoren ab 2030 oder 2031 offen gezeigt, seine Zustimmung aber klar an einen hybriden Ansatz geknüpft, weil die Serie mit einem reinen Verbrenner aus seiner Sicht „ein bisschen lächerlich“ wirken könnte.

Wolff reagierte damit auf die Aussagen von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem, der eine V8-Rückkehr bis spätestens 2031 in Aussicht gestellt hatte. Gegenüber Reuters sagte der Mercedes-Teamchef, sein Hersteller sei „offen für neue Motorenregeln“ und betonte zugleich: „Wir lieben V8-Motoren. Das weckt nur großartige Erinnerungen.“ Entscheidend sei für ihn aber, dass ein solches Konzept technologisch nicht in die Vergangenheit zurückfalle.

Ein V8 sei ein Hochdrehzahlmotor, sagte Wolff, doch die zentrale Frage sei, wie man ihm genug Energie aus der Batterie gebe, „damit wir die Verbindung zur realen Welt nicht verlieren“. Genau dort zieht er die Grenze. „Wenn es vollständig ein Verbrennungsmotor ist, sehen wir 2031 oder vielleicht schon 2030 womöglich ein bisschen lächerlich aus“, sagte er.

Statt einer Rückkehr zu einem rein klassischen Konzept skizzierte Wolff ein einfacheres, aber zugleich leistungsstärkeres Hybridmodell. Er sprach von einem „Megamotor“, bei dem sich aus dem Verbrenner vielleicht 800 PS holen ließen, ergänzt um weitere 400 PS oder sogar mehr aus elektrischer Energie. Solche Gespräche müssten jedoch „strukturiert“ geführt werden, sagte er, und die finanzielle Realität der Hersteller berücksichtigen.

Gerade deshalb hat Wolffs Vorstoß Gewicht. Mercedes gilt nach den ersten vier Rennen der Saison 2026 als größter Profiteur der neuen Antriebsgeneration und hat bislang jeden Grand Prix gewonnen. Dass ausgerechnet der aktuelle Gewinner des 50:50-Konzepts aus Verbrenner- und Elektroanteil einen grundlegenden Kurswechsel öffentlich unterstützt, verleiht der Debatte zusätzliche Dynamik.

Die Diskussion um die Zukunft der Motoren hat seit der Einführung der neuen 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybride 2026 an Schärfe gewonnen. Kritisiert werden der hohe Anteil an Energierückgewinnung und Energiemanagement, das starke Batteriegewicht und die hohen Kosten für die Hersteller. In diesem Umfeld wirbt Wolff nicht für eine nostalgische Lösung, sondern für eine vereinfachte Architektur, die Leistung, Relevanz und Kosten besser zusammenbringt.

Mit Mercedes steht er damit nicht allein. Red Bull signalisierte über Teamchef Laurent Mekies ebenfalls Offenheit für einen neuen Kurs. Frédéric Vasseur, Teamchef von Ferrari, stellte vor allem die Kostenseite in den Vordergrund und nannte die Senkung der aus seiner Sicht absurden Motorenbudgets als entscheidenden Punkt. Damit verdichtet sich das Bild, dass die Debatte nicht mehr nur eine Idee der FIA ist, sondern zu einer echten Richtungsfrage für die Formel 1 nach dem aktuellen Reglement wird.