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Williams setzt Miami-Hoffnung auf Gewichtsdiät

Williams nutzt die unerwartete fünfwöchige April-Pause nach den wegen des Kriegs in Iran abgesagten Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien als entscheidende Reparaturphase für seinen zu schweren FW48, mit dem Ziel, in Miami den von Teamchef James Vowles angekündigten „nächsten Schritt nach vorn“ zu zeigen.

Der Druck ist deutlich: Nach drei Rennen steht Williams mit nur zwei Punkten auf Rang neun der Konstrukteurswertung, vor nur Cadillac und Aston Martin. Das bislang einzige zählbare Ergebnis ist Carlos Sainz’ neunter Platz in China, den Vowles selbst als von Problemen anderer begünstigt einordnete. Das ist ein scharfer Absturz für ein Team, das die WM 2025 noch als Fünfter beendet hatte.

James Vowles, Williams-Teamchef, machte in einem auf LinkedIn veröffentlichten Statement klar, wie ernst die Lage intern bewertet wird. „Der Saisonstart war nicht das, was wir wollten“, schrieb er. Zugleich zog er die Linie für die Reaktion des Teams: „Eines der Dinge, die uns das gezeigt hat, ist, dass die Art, wie ein Team auf Herausforderungen reagiert, mehr über es aussagt als die Art, wie es mit Siegen, Podien und dem Weg an die Spitze umgeht.“ Bei Williams werde jeden Tag über Verantwortung und Resilienz gesprochen, diese Worte stünden in der Fabrik und in der Garage an den Wänden. „Diese Pause ist der Moment, in dem diese Werte in der Praxis sichtbar werden müssen.“

Der technische Schwerpunkt ist klar gesetzt. Vowles sagte, Williams habe in den vergangenen Wochen Daten ausgewertet, Forschung und Simulation beschleunigt und den Ansatz für den Rest der Saison geschärft. Die Fahrer seien zurück im Simulator, die Mechaniker arbeiteten an Boxenstopp-Übungen. In der Entwicklung drücke das Team „bei allen Elementen, vor allem beim Gewicht des Autos“.

Damit ist auch benannt, was den FW48 bislang am stärksten ausbremst. Williams spricht offen von einem erheblichen Übergewichtsproblem, das die Konkurrenzfähigkeit des Autos seit Saisonbeginn beschränkt. Vowles bezeichnete den FW48 über die ersten drei Rennen als unkonkurrenzfähig, und auch Alex Albon führte den schwachen Start auf ein Auto zurück, das deutlich zu schwer sei.

Alexander Albon, Williams-Fahrer, sieht in der Unterbrechung deshalb eine seltene Chance, den Trend noch früh im Jahr zu drehen. „Es ist natürlich für alle dasselbe“, sagte er nach der Pause. „Aber für uns können wir ein bisschen mehr daraus machen als die anderen. In Wahrheit müssen wir das auch.“ Williams arbeite „sehr hart an einer großen Weiterentwicklung für Miami“, damit sie rechtzeitig bereit sei.

Albon verwies aber auch auf den Nachteil der Pause. Mehr Entwicklungszeit bedeutet für Williams zugleich weniger Streckenzeit mit einem Auto, das das Team noch besser verstehen muss. „Ja, gleichzeitig fehlt uns Fahrzeit, und die brauchen wir“, sagte er. „Wir müssen das Auto noch besser verstehen.“ Deshalb sei das Fünf-Wochen-Fenster intern komplett durchgeplant, praktisch jede Woche mit Arbeit im Werk und einem intensiven Simulatorprogramm.

Wie stark Miami schon sichtbar anders aussehen soll, deutete Albon ebenfalls an. Im Simulator sei der FW48 bereits um „einige Kilo“ erleichtert worden. Auf die Frage nach der genauen Zielgröße antwortete er nur: „Geheim. In Miami, wenn alles nach Plan läuft, könnt ihr erwarten, dass das Auto Gewicht verliert. Wir wissen noch nicht genau, wie viel, aber es wird ziemlich signifikant sein.“

Vowles bremste die Erwartungen trotzdem bewusst. Miami werde nicht der Punkt sein, an dem Williams schon das fertige Paket habe. „Jede Stunde in dieser Phase hat einen Zweck“, sagte er. „Miami ist die Gelegenheit, unseren nächsten Schritt nach vorn zu zeigen.“ Gleichzeitig stellte er klar: „Wir wissen, dass wir noch nicht das fertige Produkt sein werden, aber wir freuen uns darauf, Fortschritte zu machen und wieder auf die Strecke zu gehen.“ Für Williams ist genau das der Kern dieser Pause: erst Gewicht herunter, dann die echte Basis des FW48 freilegen und den Rückstand im engen Mittelfeld überhaupt wieder angreifen können.