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Williams holt Claire Simpson von Mercedes

Williams reagiert auf seinen schwachen Start in die Saison 2026 mit dem nächsten gezielten Zugriff auf Mercedes-Personal: Teamchef James Vowles hat am Miami-GP-Wochenende bestätigt, dass Claire Simpson als Leiterin der aerodynamischen Entwicklung in Grove angefangen hat.

Der Schritt ist für Williams mehr als nur ein weiterer Personalwechsel. Der FW48 gilt in der Frühphase der Saison als nicht sehr konkurrenzfähig, das Team hat bislang nur zwei Punkte geholt und steckt im hinteren Bereich der Konstrukteurswertung fest. Vor diesem Hintergrund beschleunigt Vowles den technischen Neuaufbau mit erfahrenen Kräften aus Brackley.

Simpson ist dabei bereits der zweite hochrangige technische Zugang von Mercedes innerhalb weniger Monate. Vowles sagte am Rande des Wochenendes, man habe „heute auch Claire Simpson von Mercedes bei uns begrüßt“, und fügte hinzu, es sei „ihr erster Arbeitstag“. Nach mehr als zehn Jahren bei Mercedes, wo sie als Group Aerodynamics Leader tätig war, übernimmt sie bei Williams die Verantwortung für die aerodynamische Entwicklung.

In ihrer neuen Rolle arbeitet Simpson eng mit Aerodynamikchef Juan Molina zusammen. Gerade dieser Bereich ist für Williams zentral, weil der Umbau damit direkt an einer Kernfrage der Fahrzeugperformance ansetzt und nicht nur an der organisatorischen Struktur.

Vor Simpson hatte Williams bereits Dan Milner von Mercedes geholt. Er ist nun Chief Engineer of Vehicle Technology, nachdem er in Brackley eine leitende technische Rolle im Forschungs- und Entwicklungsbereich innehatte. Vowles bescheinigte ihm einen sofortigen Einfluss: „Dans Einfluss ist bereits sehr bedeutend und sehr schnell spürbar, und wir arbeiten an einer ganzen Reihe von Projekten, in denen er Erfahrung hat. Tatsächlich haben wir durch seinen Input eine leicht andere Richtung eingeschlagen.“

Damit machte Vowles klar, dass es nicht um isolierte Verpflichtungen geht, sondern um einen grundlegenden technischen Kurswechsel. „Es gibt keinen Widerstand gegen Veränderungen auf dem Weg zur Größe“, sagte der Williams-Teamchef. Man werde sich in die richtige Richtung bewegen und ihr folgen, solange eine klare Ambition und der Antrieb vorhanden seien, ein Niveau zu erreichen, das einem Titelkampf entspreche. Genau das bringe Milner ein.

Der Umbau soll damit noch nicht abgeschlossen sein. Vowles kündigte an, dass in den kommenden drei oder vier Monaten „einige großartige Leute“ zu Williams stoßen werden. Nach nur zwei Punkten aus dem bisherigen Saisonverlauf ist die Botschaft aus Grove klar: Williams versucht, die Probleme des FW48 nicht kurzfristig zu kaschieren, sondern mit einem tiefen Eingriff in seine technische Struktur zu beheben.