Mark Webber hat sich trotz seiner Rolle als Manager von Oscar Piastri klar für einen Verbleib von Max Verstappen in der Formel 1 ausgesprochen, weil der Weltmeister aus seiner Sicht sportlich und kommerziell unverzichtbar ist.
Im Gespräch mit RacingNews365 sagte Webber, es sei „wirklich wichtig, dass wir Max im Sport halten“, weil Verstappen „jeden Fahrer im Feld auf ein höheres Niveau hebt“. Für Webber geht es dabei nicht nur um Red Bull, sondern um die gesamte Formel 1. „Menschen schalten den Fernseher wegen Max Verstappen ein, und Liberty weiß das. Die Teams wissen das. Er ist wichtig“, sagte er.
Dass Red Bull Verstappen halten will, sei für ihn keine Überraschung. „Natürlich würde Red Bull Max gerne behalten“, sagte Webber. Entscheidend sei aber der größere Zusammenhang: „Typen wie Verstappen sind genau das, was der Sport braucht.“ Damit stellte er den Niederländer in den Mittelpunkt einer Debatte, die weit über die Zukunft eines einzelnen Fahrers hinausgeht.
Der Hintergrund ist Verstappens offene Skepsis gegenüber dem aktuellen Reglement und seine Unsicherheit über seine langfristige Zukunft in der Formel 1 nach 2026. Laut der vorliegenden Zusammenfassung ist er von den aktuellen Regeln „überhaupt kein Fan“ und hat deutlich gemacht, dass selbst ein siegfähiges Auto nichts an seiner grundsätzlichen Sicht auf die aktuelle Fahrzeuggeneration ändern würde.
Webber betonte zugleich, dass die Entscheidung allein bei Verstappen liege. Wenn für ihn mit wachsender Erfahrung die Reize nachließen, habe er sich dieses Wahlrecht verdient. „Ich sage keine Sekunde, dass er seine Motivation verliert, aber natürlich ebbt das ganz allmählich ab“, sagte er. Verstappen habe „eine enorme Trophäensammlung zu Hause“, liefere seit Jahren konstant ab und habe sich damit die Freiheit erarbeitet, selbst zu entscheiden.
Gerade deshalb hält Webber einen Abschied für einen Verlust, der weit über einen Platz im Starterfeld hinausginge. Er verglich Verstappens Wirkung mit dem Verhältnis von Rafael Nadal und Roger Federer im Tennis. „Wenn Rafa nicht da ist, hebt Roger dann auch auf dieses höhere Niveau ab, und umgekehrt?“, sagte Webber. Im Spitzensport brauche es jemanden, der den Rivalen „schlaflose Nächte“ bereite, und genau das tue Verstappen „schon seit langer Zeit“.
Dass diese Einschätzung ausgerechnet von Piastris Manager kommt, machte Webber selbst zum Thema. Er räumte ein, bei Oscar „voreingenommen“ zu sein, zog aber eine klare Grenze zwischen seiner Rolle im Fahrerlager und seinem Blick auf den Sport. Neutral betrachtet wolle er „natürlich, dass Max in der Formel 1 bleibt“.
Damit stützt Webber die Sicht, dass Verstappens Zukunft nicht nur für Red Bull entscheidend ist, sondern für das sportliche Niveau der gesamten Startaufstellung und die Attraktivität der Formel 1 als Produkt.
© Jonathan Borba