Sebastian Vettel hat die Kritik der aktuellen Formel-1-Fahrer an den neuen Regeln bekräftigt und vor den ab dem Miami-Grand-Prix geplanten FIA-Nachbesserungen gewarnt, der Sport dürfe dabei nicht seine „DNA und das Herz des Sports“ verlieren.
Der viermalige Weltmeister, der Ende 2022 aus der Formel 1 ausgeschieden ist, stellte sich bei einer Veranstaltung der Perfect World Foundation und im Gespräch mit SVT klar auf die Seite der Fahrer. „Aus sportlicher Sicht höre ich die Kritik und teile sie“, sagte Vettel. Die Autos seien „wahrscheinlich spaßig zu fahren“, aber „wahrscheinlich nicht so spaßig zu fahren im Rennen wegen der Regeln und der Schwierigkeiten, die damit einhergehen“.
Damit griff Vettel genau den Punkt auf, der die Debatte um das Reglement prägt: nicht die Frage, ob die Autos schnell oder beeindruckend sind, sondern ob sie gutes Racing ermöglichen. Er sagte, er sympathisiere mit den Fahrern und sehe es „sehr kritisch“, dass die Formel 1 nicht „die DNA und das Herz des Sports“ verlieren dürfe, also „den schnellsten Fahrer im schnellsten Auto, um das Rennen zu gewinnen“.
Die FIA hatte zuvor ein Anpassungspaket bestätigt, das ab Miami eingeführt werden soll. Die Gesamtenergie wird von 8 MJ auf 7 MJ reduziert, gleichzeitig steigt das erlaubte Super-Clipping von 250 kW auf 350 kW. Ziel der Änderungen ist es, die Abhängigkeit von Super-Clipping und Lift-and-Coast zu verringern, damit die Fahrer öfter angreifen können.
Vettel machte deutlich, dass er diese Eingriffe nur dann positiv bewertet, wenn sie das sportliche Problem tatsächlich entschärfen. Er habe die Änderungen nur kurz gesehen, sagte er, hoffe aber „aus sportlicher Sicht“, dass sie „die Fahrer glücklicher machen“. Denn, so Vettel, „letztlich sind die Fahrer das Gesicht des Sports“.
Sein Maßstab ist dabei nicht die technische Eleganz der Regeln, sondern die Wirkung auf der Strecke und bei den Zuschauern. Wenn die Fahrer „voller Adrenalin und sehr aufgeregt“ aus dem Auto steigen, sagte Vettel, dann begeistere das auch die Menschen „vor den Bildschirmen und auf den Tribünen“.
Gerade deshalb wiegt seine Wortmeldung in dieser Debatte schwer. Die Änderungen für Miami werden in den Berichten ausdrücklich als Nachschärfung und nicht als grundlegende Kehrtwende beschrieben. Vettels Eingriff verstärkt damit die Kritik, dass das aktuelle Reglement den Fahrern zwar anspruchsvolle Autos gibt, das Racing selbst aber durch Energiemanagement und die daraus entstehenden Zwänge zu stark einschränken könnte.
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