Max Verstappen geht mit einer deutlichen Warnung in den Grand Prix von Großbritannien: Silverstone könnte unter den aktuellen Antriebsregeln zu einer frustrierenden Energierennen werden, weil dem Feld auf einer der schnellsten Strecken im Kalender zu wenige Möglichkeiten bleiben, die Batterie nachzuladen.
Der Red-Bull-Pilot sagte nach dem Österreich-Grand-Prix, dass ihn die Simulatorarbeit für Silverstone eher erschreckt als beruhigt habe. „Ich liebe die Strecke, aber ich habe ein paar Runden im Simulator gedreht und musste einfach lachen“, sagte Max Verstappen, Red-Bull-Fahrer und viermaliger Weltmeister. „Es fühlte sich ehrlich gesagt wie eine andere Strecke an. Man hat über eine Runde kaum Batterie, es ist einfach ständig Vollgas.“
Seine Sorge richtet sich direkt auf das Layout von Silverstone. Verstappen erklärte, dass der Red Bull Ring mit seinen langen Geraden und harten Bremspunkten deutlich besser zum aktuellen Energieprofil passe. „Hier hat man lange Geraden und große Bremspunkte, also kann man die Batterie laden“, sagte Verstappen. „Dort hat man auch lange Geraden, aber dann zum Beispiel eine schnelle Kurve, also kann man die Batterien nicht wirklich laden, und auf der nächsten Geraden hat man nicht viel zum Einsetzen. Das wird eine harte Aufgabe.“
Damit greift Verstappen eine Kritik auf, die im Fahrerlager seit Einführung der aktuellen 2026er Motorenformel immer wieder zu hören ist. Der Antrieb mit seiner starken Gewichtung elektrischer Energie zwingt die Fahrer auf Strecken mit wenigen Bremszonen zu intensivem Energiemanagement, statt die Autos konstant am Limit bewegen zu können. Gerade Silverstone mit seinen schnellen, flüssigen Passagen dürfte diese Schwäche besonders offenlegen.
Brisant ist das Timing dieser Warnung auch deshalb, weil Red Bull gerade erst sein bislang stärkstes Wochenende der Saison erlebt hat. Verstappen wurde in Österreich Zweiter hinter George Russell, nachdem ein großes Upgrade-Paket das Auto sichtbar nach vorn gebracht hatte. Der Fortschritt ist also da, doch Silverstone droht nun zum Gegenbeweis zu werden: Nicht das reine Tempo könnte Red Bull bremsen, sondern die Frage, wie gut das Team mit der verfügbaren elektrischen Energie über die Runde haushalten kann.
Das erhöht auch die Bedeutung des direkten Vergleichs mit Mercedes. Aus den vorliegenden Einschätzungen geht hervor, dass Mercedes in dieser Saison besondere Stärken beim Rekuperieren und Einsetzen elektrischer Energie gezeigt hat, was auf einer Strecke wie Silverstone entscheidend werden könnte. Lewis Hamilton, Mercedes-Fahrer, bezeichnete Red Bull nach Österreich trotzdem als ernsthaften Faktor für die kommenden Rennen. „Das Gewicht, das sie aus dem Auto herausbekommen haben, ist enorm“, sagte Hamilton. „Das zeigt, dass sie ein gutes Auto haben. Dann haben sie viele Upgrades gebracht, also werden sie in den kommenden Rennen eine Macht sein, mit der man rechnen muss.“
Genau darin liegt die Spannung vor Silverstone: Red Bull reist mit klaren Fortschritten an, aber Verstappen erwartet, dass gerade diese Strecke die Grenzen der aktuellen Autos schonungslos offenlegt und damit darüber entscheidet, wie viel die jüngsten Schritte tatsächlich wert sind.
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