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Verstappen unter Druck nach Red-Bull-Kritik

Max Verstappen hat mit seiner öffentlichen Kritik an Red Bulls Setup-Richtung in Montreal nach Ansicht von Ralf Schumacher interne Spannungen offengelegt und sich damit selbst in die Pflicht genommen, seine eigene Linie nun auch auf der Strecke zu bestätigen.

Nach dem Qualifying zum Großen Preis von Kanada sagte Verstappen, Red Bull habe einen Weg eingeschlagen, den er schon „mehrmals zuvor“ ausprobiert habe und der „nie funktioniert“. Das Team sei dennoch „überzeugt“ gewesen, dass es funktionieren würde, obwohl es am Ende „wirklich nicht funktioniert“ habe. Verstappen startete nur von Platz sechs und wurde im Rennen Dritter, womit er sein erstes Podium der Saison holte. Zufrieden war er mit der Balance des RB22 aber weiter nicht.

Ralf Schumacher, ehemaliger Formel-1-Fahrer, sagte im Podcast Backstage Boxengasse, Verstappen sei „klar frustriert“ gewesen und habe das Team gewissermaßen „gegen die Wand laufen“ lassen. „Ich habe ihm gesagt, das ist der falsche Ansatz“, sagte Schumacher. „Das zeigt auch, dass es Spannungen im Team gibt.“ Gerade deshalb hätte so etwas intern bleiben müssen. Zwar gefalle ihm Verstappens Offenheit, aber „solche Dinge sollten wirklich teamintern bleiben“.

Schumacher sieht in Verstappens Aussagen aber nicht nur ein Problem für Red Bull, sondern auch eine neue Erwartung an den Weltmeister selbst. Wenn das Team diesmal nicht auf ihn gehört habe, müsse er nun zeigen, dass seine Vorschläge tatsächlich der bessere Weg sind. „Seine erste Aufgabe ist jetzt erst einmal, das Auto wieder auf Kurs zu bringen“, sagte Schumacher. „Das Team sollte auf ihn hören, jetzt haben sie das einmal nicht getan, also hat er jede Chance zu zeigen, vor allem sich selbst und dem Team, dass seine Vorschläge funktionieren, um wieder nach vorn zu kommen.“

Nach Schumachers Einschätzung passt die Frustration aus Kanada zudem zu einer größeren Unsicherheit rund um Verstappens Zukunft. Er sprach von gemischten Signalen: „An einem Tag sagt er, dass er 2027 fahren wird, dass alles gut ist und dass er sich wohlfühlt. Am nächsten Tag sagt er, dass er, wenn es so weitergeht, wieder den Spaß verlieren könnte.“ Das sei „alles ein bisschen kompliziert“. Irgendwann müsse Verstappen sich entscheiden, damit sich das gesamte Team auf die Zukunft konzentrieren könne.

Schumacher beschrieb das Wochenende in Montreal nach außen zwar als „ziemlich ruhig“. Verstappens Aussagen über die technische Richtung des Autos haben aus seiner Sicht aber klar gemacht, dass der Streit über den richtigen Weg bei Red Bull längst mehr ist als nur ein Detail der Abstimmung und nun auch Einfluss darauf hat, wie geschlossen das Team nach vorn arbeiten kann.